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Viele Male schaut der Wille durchs Fenster, ehe die Tat durch das Tor schreitet…

Sonntag, 16. Februar 2014 16:24

…dichtete einst Erasmus von Rotterdam (ca. 1466 bis 1536). Eine wunderbare Metapher für das eigentlich Wollen und uneigentlich dann doch lieber erst mal nicht tun.

Der Wille kann Berge versetzen, sagt eine alte Volksweisheit und er kann Wasser teilen – wird in der Bibel  behauptet. Auch sehr plastisch und beides ganz starke Bilder, jedenfalls Lichtjahre entfernt von lauwarmen Motivationssprüchen wie:  Das bekommst Du schon hin, das klappt schon, streng dich halt ein bisschen an…

Und wir Kleingeister? Reden uns immer wieder mit: „Ja, aber….“  heraus und sind Weltmeister im Erfinden von Ausreden.In meinen Seminaren ist das „Ja, aber…“  inzwischen per Spielregel verboten. „Ja aber, das geht nicht“ oder: „Ja aber, das ist alles ganz anders bei uns.“ Diese Ausreden bekommen einen Namen. „Dageni“ und  „Agabu“  sind die „Efovehi“.

„Das geht nicht“  und  „Alles ganz anders bei uns“ sind die „Erfolgsverhinderer“.

Wir fragen stattdessen konsequent:

– Wie kann es gehen?

– Was brauche ich, damit es funktioniert?

– Habe ich mich wirklich entschieden, es zu tun oder will ich es doch lieber lassen? Wenn ich mich entschieden habe, stecke ich die Energie, die ich gewinne, weil ich keine Ausreden mehr erfinden muss, in die Umsetzung.

– Wie kann ich mein Durchhaltevermögen stärken?

– Wer oder was kann mich bei der Zielerreichung unterstützen?

Ich will und ich werde – nur wann und wie?

Donnerstag, 06. Februar 2014 18:54

„Schaun ´mer mal, dann seh´n mer schon“ – dieser Spruch geht vermutlich auf Kaiser Franz Beckenbauer zurück und wir kennen ihn alle. „Morgen, morgen nur nicht heute…“, „Soll ich oder soll ich nicht…“ Diese oder ähnliche  Sprüche beschreiben das Abwarten, das Zuschauen, das Zögern, das Nichts-Tun. Den meisten von uns ist es auch schon mal so oder ähnlich ergangen. Eigentlich hätten wir schon gewollt – aber dann kam die böse Prokrastination dazwischen. Die was? Zu deutsch: Die Aufschieberitis. Prokrastination klingt aber besser, wissenschaftlicher, nach Krankheit, für die man nichts kann: Ich prokrastiniere gerade mal wieder, ich armes Opfer, und dass das nichts wird, mit meinem Vorhaben, liegt ja auch nicht an mir, sondern an den widrigen Umständen, den Gesetzen, meinem Partner, der Konjunktur, dem Wetter, der Bankenkrise und dem umgefallenen Sack Reis in China.

Solange uns solche Gedanken und Unlustgefühle vor dem Anpacken von Aufgaben vor übertriebener Hektik und Aktionismus schützen ist nichts dagegen zu einzuwenden. Wenn sie uns aber am Handeln hindern, da, wo wir hätten ins Tun kommen müssen – da wird es gefährlich.

Was heißt das nun im Klartext? Motivation alleine reicht in den seltensten Fällen aus, um Ziele zu erreichen, Forderungen durchzusetzen und  gute Vorsätze auch tatsächlich umzusetzen – by the way: Wie sieht es mit Ihren Vorhaben, gefasst  am Silvestertag,  aus?  Noch gar nicht angefangen oder schon wieder aufgehört?

Willenskraft ist das, was gefragt ist, um es auch wirklich zu tun. Strategisch denken und planen ist höchstens die Hälfte der Miete – der bevorzugte Aufbewahrungsort für diese in Papierform gegossenen Absichten ist die Schublade.

„Der Wille kann  Berge versetzen“ sagt der Volksmund, die Psychologen nennen diese Fähigkeit Volition. Der Wirkungsgrad des Wollens wird in der Literatur in folgenden Teilkompetenzen beschrieben:

1. Aufmerksamkeitssteuerung und Fokussierung, d.h. wie sehr sich jemand auch unter schwierigen Bedingungen auf sein Ziel konzentriert

2. Emotions- und Stimmungsmanagement  (positivity is a choice)

3. Selbstvertrauen und Durchsetzungsstärke, d.h. wie stark glaube ich daran, auch Widerstände und Probleme meistern zu können

4. Vorausschauende Planung und Problemlösung, d.h. eben keine Prokrastination, sondern pro-aktive statt reaktiver Einstellung, lieber Drivers Seat statt hinterste Bank

5. Zielbezogene Selbstdisziplin, d.h.  frühzeitig erkennen, was notwendig ist und es konsequent umsetzen.

Geht doch, oder?

 

Noch Lücken im Angebot oder: Nicht nur das bayerische Wirtshaussterben

Donnerstag, 12. Dezember 2013 14:30

„Schatz, komm lass uns heute Abend nett essen gehen“,  sozusagen als private vorgezogene Weihnachtsfeier. Gesagt, versucht, aber leider gescheitert. Nicht am Geldbeutel, nicht an der winterlich eisglatten Straße oder der passenden Kleidung („habe überhaupt nichts anzuziehen“), sondern am Speisenangebot.  „Nachdem wir in drei  Restaurants kein einigermaßen akzeptables vegetarisches Gericht gefunden hatten – überbackener Blumenkohl als Uralt-Variante kam einfach nicht infrage – haben wir uns dann entschlossen, doch daheim zu essen“ erzählt die Seminarteilnehmerin.

Chance verpasst. Kaufkraft und -willen fallen ja heute immer öfter auseinander, stimmen immer weniger überein. „Ich könnte mir zwar ein größeres Auto locker leisten, halte es aber ökologisch nicht für vertretbar“.  „Klar wäre ein neuer Flachbildfernseher schick, aber erst wird der alte mal im Repair-Cafe wieder flott gemacht“. Neue Klamotten kaufen? „Kleiderfasten“, „Kleiderei“ und „Kleiderkreisel“ werfen Schlaglichter auf moderne Alternativen. Nicht sich Dinge leisten zu können ist heute Luxus.  Der wahre Luxus zeigt sich darin, bewusst und freiwillig auf Dinge verzichten zu können, die man sich leisten könnte.  Gut für unsere Ressourcen. Einerseits.

Andererseits: Schlecht für alle diejenigne, die Ihr Geld mit der Herstellung und dem Verkauf von Gütern und Dienstleistungen verdienen.

Einerseits: Man muss den Vorschlag der Grünen, einen zwangsweisen Veggie-Day einzuführen,  ja nun wirklich nicht  gutheißen. Andererseits:  Weltanschauung hin oder her, das gänzliche Verschlafen von Trends, das bloße Beklagen von Änderungen der Konsumgewohnheiten, das aktions- und reaktionslose „Weiter so wie bisher“ führt nicht erst seit heute ins Abseits.

Wenn es Ihnen hier nicht passt, dann können Sie ja….

Freitag, 06. Dezember 2013 08:52

Ein Zugabteil im ICE von Baden-Baden nach Hannover. Bereits anwesend: Ein einzelner Herr.

Noch bevor ich beim Betreten des Abteils im Halbdunkel sehe, dass er eine Orange isst, rieche ich deren intensiven Duft und sage zur Begrüßung so etwas ähnliches wie: „Oh, das duftet ja ganz wunderbar hier.“  Darauf er: „Wenn es Sie stört, können Sie sich ja woanders hinsetzen.“

Watzlawick, Freud und heiliger St.Nikolaus, alle Mediationstechniken der Welt und Friedrich Glasl, steht mir bei! Was ist denn hier los? Versteckte Kamera?

Mit der Hilfe des eilig herbeigerufenen geistigen Beistandes gelang es uns dann aber tatsächlich, ein einigermaßen anregendes Gespräch über olfaktorische Vorlieben und Abneigungen zu führen, nach allen guten Regeln des Smalltalks.

„Wat lernt uns dat?“ fragt der Köllner ja typischer Weise in einer solchen Situation. Erstens: Unverhofft kommt oft, unter Umständen gerade dann, wenn man es am wenigsten erwartet. Zweitens: Der größte Irrtum über Kommunikation ist immer wieder die Annahme, sie habe stattgefunden. Drittens: Gut gemeint ist noch lange keine Garantie für irgendwas. Viertens:  Gelegenheiten, die eigene Kommunikationsfähigkeit zu trainieren und zu verbessern, gibt es immer und überall. Fünftens: Dankbar sein für solche wunderbaren Gelegenheiten, das Steuern von Gesprächen üben zu dürfen.

Alterozentrierung: Der ultimative Zugang zum Gegenüber?

Sonntag, 17. November 2013 22:23

Sie lieben Rezepte?

Nein, lieber Leser, keine wie immer in der Vorweihnachtszeit wiederkehrenden Plätzchenrezepte. Sondern: Kommunikationsrezepte. Man nehme zwei Minuten Lob, ein herausforderndes Projekt, die Aussicht auf eine erkleckliche Gehaltserhöhung, eine Prise Druck und schon funktioniert es? Hätten wir gerne. Weil es doch viel einfacher und bequemer wäre. Tut es eben aber meistens nicht. Weil Menschen und ihre Kommunikation immer noch und immer wieder individuell und nur bedingt prognostizierbar sind.

Und so ist auch die Alterozentrierung kein Rezept,  nicht der „ultimative Zugang“ zum Gegenüber, auch wenn uns das die Werbung für die entsprechenden Kurse gerne weismachen möchte. Was ist Alterozentrierung aber dann? Eine Haltung, die  uns offenbar eher unbekannt, fremd, jedenfalls nicht angeboren zu sein scheint, dreht es sich doch um den Gegenspieler der Egozentrik. Alterozentrisch verhält sich derjenige, der seine Wahrnehmung primär am anderen ausrichtet. „Was nutzt jetzt meinem Gegenüber?“ „Was braucht der andere?“ Wie kann ich seine/ihre Wertvorstellungen mit bedenken? Welche Erwartungen, Bedürfnisse, Interessen und Sichtweisen hat eigentlich der andere und wie mache ich mich davon frei, sie sofort abzuwerten, nur weil sie sich nicht mit den meinen decken?

Eine solche Haltung steht uns nicht nur, aber auch ganz besonders gut in der Vorweihnachtszeit und Weihnachtszeit an. Aber auch immer dann, wenn Hurrikans wie Haiyan Menschen in allergrößte Not stürzen, wenn es um gemeinsames Gestalten und  Erreichen geht.

Das fängt schon beim einfachen verhandeln an. Mit etwas Glück kennen die Menschen ihre eigenen Ziele, vage zwar oft, aber immerhin, sie haben eine Ahnung, was besten- oder schlimmstenfalls als Ergebnis rauskommen könnte. Was der Verhandlungspartner will? Völlig egal, unklar, uninteressant. Ist ja das unterstellte Gegenteil von dem, was ich will und also per se schlecht. Denkste.

Je besser ich „alterozentriere“, also die Wünsche und Ziele meines Gegenübers antizipiere, kennen lerne, damit ich sie berücksichtigen kann, desto eher erreiche ich auch meine eigenen Ziele. Bin ich geübt darin, den Standpunkt des anderen einzunehmen, verliere ich meinen eigenen dabei eben gerade nicht. Dann schenke ich nicht, was ausschließlich mir gefällt, sondern ich habe eine konkrete Vorstellung davon, was dem anderen gefallen wird – und im Idealfall uns beiden.

Die Zukunft des Standortes Deutschland

Samstag, 12. Oktober 2013 18:10

Eine junge Frau, kurz vor ihrem 29.Geburtstag. Ärztin, Dr. med.

Das erste Kind kam, als sie 17 Jahre jung war, Anfang der 11. Klasse, quasi aus Versehen und nebenbei. Nach einem Jahr „Babypause“  ins 12. Schuljahr wieder eingestiegen, also kein Jahr „verloren“. Bestes Abitur, sofort rein ins Medizinstudium. Den Kindergartenplatz erklagt, schließlich sind die bevorzugten Plätze dort nur für diejenigen reserviert, die durch die Schwangerschaft ein Jahr „verlieren“. Während des Studiums wollte sie und bekam das 2. Kind. Dann eine vielbeachtete Forschungsarbeit als Promotion, nebenbei vier ausgezeichnete Veröffentlichungen.

Was nun?  „Ich bin prädestiniert für eine Laufbahn und Karriere in der Forschung. Das geht aber keinesfalls. Ich möchte ein drittes Kind. Und alle sagen mir: In der Forschung gibt es keine 40 Stunden-Woche und Überstunden werden bestenfalls bezahlt, nicht in Freizeit abgegolten.“

Sie sagt das ohne Bitterkeit, mit realistischem Blick:  Alles kann man eben nicht haben.

Also auf in die Facharztlaufbahn zur Anästhisistin, übrigens mehr und mehr eine Frauendomäne: Einigermaßen geregelte Arbeitszeiten.

Nach Abschluss des Studiums so um die 20 Bewerbungen und immer wieder Absagen. Die Frauen unter meinen Leserinnen werden die in den Bewerbungsgesprächen am häufigsten gestellte Frage sofort erraten: „Wie wollen Sie das mit Beruf, den Kindern und der Betreuung denn hinkriegen?“  Ach, und dann stellt man sie vorsichtshalber aus diesem Grund heraus (natürlich ohne es ihr so zu sagen) nicht ein…

Die junge Frau ist selbstverständlich auch bei dieser Ochsentour nicht verzweifelt, hat Sätze gesagt wie: „Wenn Sie einen Blick in meinen Lebenslauf werfen, werden Sie sofort erkennen können, dass das eine vergleichsweise kleine Organisationsaufgabe für mich ist“ und hat dann tatsächlich zu guter Letzt eine Klinik gefunden, in der man ihr sogar  in Aussicht stellte, bei Bedarf die Arbeitszeit zu reduzieren.

Was da wohl überwiegt: Das Misstrauen in die Fähigkeiten einer äußerst fähigen, motivierten, organisationsstarken jungen  Frau oder in die Versprechungen unserer (noch?) Familienministerin Kristina Schröder, dass ausreichend Kinderbetreuungsplätze vorhanden sind für alle die, die welche wollen und brauchen?

Es ist eben nicht damit getan, dass Voraussetzungen (Studienplätze, Betreuungsplätze, Gleichstellungsgesetze) geschaffen werden oder vielleicht schon geschaffen sind, ob nun behauptet oder tatsächlich.

Der eigentliche Wandel hat mal wieder in den Köpfen statt zu finden:

Ja, wir trauen es einzelnen oder besser noch vielen zu, solche Herkulesaufgaben zu stemmen.

Ja, wir wollen ihnen beides möglich machen, berufliche Verwirklichung oder gar Karriere und Familie.

Und ja, unsere Gesellschaft braucht ganz dringend beides: Kluge Köpfe und Kinder.        

Fliegen oder Fallen?

Donnerstag, 10. Oktober 2013 18:17

„Und dann fühlte es sich an, als ob ich  auf dem 10-Meter-Brett stünde“ sagte der ehemalige Coaching-Klient beim Wiedersehen.

„Und?“

„Dann bin ich gesprungen“.

„Wie  hat  sich das angefühlt?“

„Es war ein wunderbarer Flug. Es geht mir seit dem unglaublich viel besser.“

Was war passiert? Als der Klient zu mir kam, leitete er mehrere Abteilungen, arbeitete regelmäßig bis Mitternacht, hatte keine Zeit für Partnerschaft oder Hobbies. Als dann familiäre Probleme dazu kamen, drohte die totale Erschöpfung. Im Coaching überprüften und sortierten wir Prioritäten, Ansprüche, Verlustängste, Notwendigkeiten. Und dann reifte der Entschluss, ein Reihe von Verantwortlichkeiten abzugeben. Das war die schwere Entscheidung, der Sprung. Es gab keine Nachteile, aber Bewunderung für diesen Mut und Zustimmung: „Ich habe mich schon lange gefragt, warum Sie sich das antun“ bemerkt ein Kollege.

Um diese Entscheidung treffen zu können, braucht es die Entscheidung vor der Entscheidung, nämlich die für kompetente Unterstützung durch einen Coach, der hilft, die Leiter des Sprungturms bis nach oben zu steigen, der auch ein Umkehren oder Zögern begleitet und versteht und überprüft, ob Wasser im Basin ist, bevor der Klient springt.

Less is more

Sonntag, 15. September 2013 17:49

Weniger ist mehr – wie unsexy, dieses alte Oxymoron. Sie wissen grad nicht, was das ist ? Eine rhetorische Figur aus oxys ‚scharf(sinnig)‘ und moros ‚dumm‘ . Eine Formulierung aus zwei gegensätzlichen, einander (scheinbar) widersprechenden oder sich gegenseitig ausschließenden Begriffen.  Mit solchen Askeseforderungen hat man ganze Generationen zu disziplinieren und zu mäßigen versucht – die sich ihrerseits aber heftig gewehrt haben und statt dessen immer höher, schneller, weiter, schöner, dünner… sein und werden wollten.

Jetzt schlägt, wenn schon nicht das Universum, so doch das Pendel zurück.  Burn out, Überforderung, Verweigerung, Suizide einerseits, Minimalismus als neuer Trend andererseits. Und ein Kirchentag mit dem Motto: „Soviel du brauchst“.

Wie viel brauchen wir wirklich? Auch in Sachen Persönlichkeitsentwicklung und Weiterbildung?

Brauchen wir den „MBA in one Day“ im Ernst? Vermutlich eine Light- oder eine Turbo-Version von etwas, das „eigentlich“ lange Zeit braucht, um ein echter MBA zu sein, der diesen Namen auch verdient.

Turbo-Coaching, Speed-Coaching, noch mehr in weniger Zeit: Wollen wir das alles tatsächlich?

Light-Produkte haben sich als „Kokolores“ herausgestellt, Chapeau an die Sendung des Kollegen Hirschhausen. Sie halten ihr Versprechen, schlanker zu machen, nicht wirklich. Wir sollten Versprechungen wie: „Du kannst alles, wenn du nur willst“ genausowenig auf den Leim gehen. Gras wächst auch nicht schneller, wenn man daran zieht. Aber wir können für gute Rahmenbedingungen sorgen, also gelegentlich ein fettreiches Produkt durch die Light-Version ersetzen, das Gras gießen und düngen, beharrrlich trainieren und sorgfältig auswählen, worauf wir uns bei unserer Weiterbildung konzentrieren wollen. Denn es gilt noch immer: Meistens haben die Götter vor den Erfolg den Schweiß gesetzt.

Souverän?!

Samstag, 20. Juli 2013 17:28

Früher gab es mal  „den Souverän“, das war im allgemeinen der König oder der Fürst. Heute dagegen werden oft Fußballergebnisse  in den Medien als souverän bezeichnet. Oder das Verhalten der Promis gegenüber der Presse. Da kenne sich einer noch aus.

Der Duden sagt doch eigentlich, souverän heißt „über allem stehend/jemanden überlegen sein“.

Steht Borussia Dortmund durch das souveräne 3:0 gegen den 1. FC Nürnberg „über allem“?. Obwohl,  ein fürstlicher Sieg mag das schon gewesen sein.

Und die Hochzeit der schwedischen Prinzessin Madeleine war ja auch so souverän! Sie heiratet Chris O’Neill, 38, Investment-Banker, ohne Adelstitel. Er heiratet eine Prinzessin, übt aber seinen Job weiterhin aus. Wie  souverän ist das denn? Klar wirkt er sympathisch, aber ist er uns gleich überlegen, nur weil er Banker an Seiten einer Prinzessin bleibt?

Fakt ist, zur Souveränität gehört einiges mehr als Fußballtalent und ein glückliches Paar aus unterschiedlichen Schichten: Selbstsicherheit, Unabhängigkeit, die Kompetenz zum Lösen von Problemen – auch wenn die Situation kritisch und schwierig wird, auch mit Migräne, leeren Händen, selbstverschuldeten Peinlichkeiten, kläglichem Versagen und noch zehn weiteren Problemen im Nacken.

Als allein erziehende Mutter ohne Navi und Klima mit 3 Kindern in den Urlaub fahren und dem Genörgel und Gejammer auf dem Rücksitz freundlich alleine standhalten – das ist souverän!

Im Meeting spätabends unvorbereitet und dennoch selbstsicher eine Vorstandspräsentation zu halten, obwohl man gestern Nachmittag noch voll im Parallelprojekt eingespannt war – das ist souverän!

Souverän: Fürstliche Haltung, königliche Austrahlung, die wollen wir doch allemal lieber haben, irgendwie unerschütterlich wirken – niemand ist schließlich gerne freiwillig Loser, Langweiler oder macht sich zum Gespött anderer.

Das sei aber schwierig, meinen Sie jetzt? Und ausgerechnet Sie kämen immer wieder in Situationen, wo Souveränität zwar toll, aber für Sie so gaar nicht zu erreichen sei? Da sei beim besten Willen nichts zu machen, Ihre Wirkung sei dann eben katastrophal anders?

Dann ändern Sie das! „Wenn der Bauer nicht schwimmen kann, ist die Badehose schuld“ glauben Sie doch auch nicht und durchschauen es ebenso schnell  wie: “ Ich bin ja schon humorvoll, aber die Welt ist eben nicht so.“  Schutzbehauptungen, um nichts zu tun.

Souveränität kann man sich erarbeiten – und es ist sogar recht leicht.

Einer Klientin von mir reichte schon der Blick in mein Buch „Souverän! Wie Sie stark auftreten auch wenn Sie sich nicht wirklich so fühlen“ bei amazon  um einen wichtigen, aber unangenehmen  Termin doch ganz souverän wahrzunehmen, obwohl sie ihn eigentlich absagen wollte.

Wenn das kein souveränes Argument für mein neues Buch ist. Noch besser für Sie (und ganz nebenbei: Auch für mich) ist es natürlich, Sie bestellen es gleich. Als gebundene Ausgabe, als Hörbuch  oder  in der kindle-edition.

Sie müssen nicht alles glauben…

Sonntag, 12. Mai 2013 18:38

Durchdringender Geruch im Zimmer eines Fachwerkhauses.

Was kann das sein? Schnell gab es eine Erklärung: „Vermutlich eine tote Maus, die zwischen den Lehmböden liegt und vergammelt…“ So wahrscheinlich oder unwahrscheinlich wie beliebig viele andere Erklärungen auch. Möglicherweise hat der liebestolle Kater an den Bettpfosten gepinkelt, jemand hat beim Essen im Bett etwas in die hinterste dunkle Ecke fallen lassen, die Kanalisation ist defekt und entlüftet jetzt hier, im Sofapolster nistet ein Stinktier….

War die Maus erst mal gekreißt, ließ sie sich kaum noch einfangen. Alle sprangen auf diese Hypothese an. Sie wurde nicht mehr in Zweifel gezogen. „Wann wird endlich der Boden geöffnet und die Maus weggemacht?“ (Wieso Boden und nicht Wand?)  „Wenn die da so weiter gammelt, kommt doch Ungeziefer….“. „Da sollen wir dann gleich eine Dämmung vorsehen, dass sowas nicht wieder vorkommt…“

Nur mit Mühe ließ sich die aufwändige und kostspielige Entfernung der Holzdielen verhindern. Ein handelsübliches Raumspray erledigte den üblen Geruch in wenigen Sekunden.