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Das passiert mir bestimmt wieder…

Kürzlich bei einem meiner Vorträge. Herbst. Es wird früh dunkel.

Der Vortrag gut besucht, die Parkplätze knapp. Vor Beginn kommt ein Teilnehmer, stolz wie Lumpi, noch einen Platz für seinen Wagen erwischt zu haben und berichtet, er habe sich vorsorglich mal die Kennzeichen der Nachbarfahrzeuge notiert. Vorsorglich wofür? Welche Hoffnungen oder Befürchtungen treiben diesen Menschen um? Hofft er, dass die Besitzer weiblich sind und will sie kennen lernen?  Wofür wird er diese Nummern noch nutzen? Wie viele davon hat er schon zu Hause und in welcher Form sammelt er sie? Traumatische Kindheit gehabt? Verkappter Kriminalist? Ist ihm übel mitgespielt worden?

Angenommen, einmal ist auf einem Parkplatz sein Fahrzeug beschädigt worden und der Verursacher ist geflohen. Blöde Situation, niemand will sie noch einmal erleben. Vorsorge treffen, damit man das nächste Mal gewappnet ist. Verständlich. Nur: Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass genau ihm genau das noch einmal passiert? Ja, ich weiß, wer einmal Opfer einer kriminellen Handlung geworden ist hat eine ungleich höheres Risiko, dass es ihn auch ein weiteres Mal ereilt. Trifft das wirklich auch für Fahrerflucht zu? Ist es nicht vielmehr so, dass wir vorschnell generalisieren: „Immer nachts auf Parkplätzen….“

Und damit Zustände festschreiben und chronifizieren. Anstatt zu denken: “Das passiert mir bestimmt nie wieder.“ Und damit Weichen für Veränderung stellen.

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