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Stark oder schwach schweigen – geht das?

Ist Schweigen ein Zeichen der Schwäche oder Machtdemonstration?  Oder gar beides?

Das fragen mich immer wieder meine SeminarteilnehmerInnen und Coachees. Diese Frage habe ich denn auch den Lesern und Leserinnen meines letzten Newsletters gestellt und mich über zahlreiche Antworten gefreut. Hier ein paar Gedankensplitter daraus.

„Ich würde sagen, dass es ganz eindeutig beides sein kann. Wenn ich eingeschüchtert oder unsicher bin, ist Schweigen ein Zeichen der Hilflosigkeit. Wenn ich aber weiß, dass meine Gesprächspartner meinen, mehr zu wissen als ich, es aber nicht so ist – dann ist das Schweigen eine Form von Macht, die ich spüre. Es ist also beides möglich – schwach oder stark zu schweigen.“

„Bisher war für mich Schweigen oft peinlich und damit ein Zeichen der Schwäche. Nach der Lektüre der Buches: „Einfach mal die Klappe halten“ sehe ich das viel differenzierter. Und ich übe und genieße das starke Schweigen.“

„In einer Gesprächsrunde fühlt sich ein Teilnehmer unwohl, da er zum aktuellen Thema nichts beizutragen hat. Nun versucht er durch provokante, meist negative Beiträge, sich einzubringen, um Beachtung zu finden. In diesem Falle ist das aus seiner Sicht ein deutliches Zeichen von Schwäche, wenn er schweigen würde. Aus Sicht der anderen Teilnehmer stört er nur – hätte er geschwiegen, würde er nicht selber an seiner evtl. Macht in der Gruppe kratzen.“

„Ich finde es gefährlich zu schweigen, wenn man seine Körpersprache dabei nicht kontrolliert. Davon hängt es doch ganz wesentlich ab, ob jemand stark oder schwach wirkt. Ein einziger Blick zum Boden oder ein verlegenes Lächeln, schon kommst du rüber wie ein Depp.“

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