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Diesen Konflikt löse ich jetzt endlich!

Seit Monaten hofft Robin, dass er seiner Kollegin Lara nicht auf dem Flur begegnet. Und wenn doch, guckt er demonstrativ weg. Quasi durch sie hindurch, also sie Luft wäre. Sie schneidet und meidet ihn ja auch ganz offensichtlich. Warum eigentlich weiß er nicht so genau. Wahrscheinlich, weil er irgendwann mal in Ihrer Gegenwart einen nicht ganz stubenreinen Witz gemacht hat. Kann aber auch was ganz anderes sein, bei Frauen weiß man ja nie, denkt er.

Sie wiederum fand ihn am Anfang noch ganz nett, dann hat er sie allerdings mit seinem zunehmenden Getrommel, „gepose“, Rad schlagen und ständigen Selbstbeweihräuchern zunehmend genervt. Und als er dann auch noch anfing, blöde Witze zu machen, war es ganz vorbei. Dumm nur, dass sie beide zusammenarbeiten müssen, da ihre beiden Ergebnisse in den Bericht einfließen. Und wenn sie jetzt auch noch seine Chefin werden sollte,  wie ihr gemeinsamer Chef angedeutet hat, dann ist es vermutlich mit einem angenehmen Betriebsklima ganz vorbei, da denkt sie lieber ans kündigen. Woanders, so glaubt sie, laufen bestimmt  nicht so blöde Type rum.

Wir alle schleppen solche chronischen Unannehmlichkeiten mit uns herum, auch Konflikte genannt. Irgendwie haben wir uns dran gewöhnt. Jeder von uns schiebt eine Bugwelle von Konflikten vor sich her, die irgendwann jede Lebenskraft raubt und uns unheimlich runterzieht. Warum lassen wir das zu?

Warum werden selbst im beruflichen, also angeblich professionellen Kontext so viele Konflikte ausgesessen, bagatellisiert, ignoriert oder tabuiert, anstatt gemanagt? Dafür gibt es gute Gründe.

Wir sind mit Sachthemen ausgelastet und schieben bereits eine Bugwelle an Sachaufgaben vor uns her. Da können wir uns nicht auch noch um so etwas Unangenehmes kümmern. Wir haben schon Stress genug. Und schließlich fühlt sich niemand für Konflikte zuständig. Was rätselhaft ist.

Denn Zuständigkeiten können wir normalerweise perfekt managen. Anzeige? Auftrag an die Werbeagentur. Scheiben trübe? Auftrag an die Reinigungsfirma. Maschine kaputt? Kundendienst anrufen. Der Knüller ist: Dass man wegen Konflikten auch den „Kundendienst“ rufen kann, wissen nur wenige.

Konfliktberater sind wie andere Berater, wie Trainer und Coaches auch: Reine Einkaufs- und Vertrauenssache. Einkauf von Dienstleistungen. Was hält viele in Dauerkonflikten oft seit Jahren gefangene Manager und andere Menschen davon ab, zum Telefonhörer zu greifen? Das frage ich Konfliktgeplagte oft.

Am häufigsten höre ich: „Ich kann mir nicht vorstellen, was in so einer Konfliktberatung passiert. Was macht man denn da?“ Genau das fragt man den Konfliktberater vorab. Wem die Antwort nicht passt, wählt die nächste Nummer. Etliche fürchten auch: „Am Ende kommt heraus, dass ich an allem schuld bin!“ Unter Garantie: Nein! Für eine professionelle Konfliktberaterin ist Schuld ein Fremdwort, schlimmer: kontraproduktiv. Wer auf Schuldsafari geht, heizt den Konflikt nur noch an. Viele schämen sich auch für den Konflikt und wollen sich deshalb nicht helfen lassen. Auch diese Scham nimmt einem eine gute Beratung.

Ganz viele meinen: „Konflikte sind schon stressig genug. Wenn man die jetzt ans Tageslicht zerrt, fühlen sich alle nur noch schlimmer.“ Eben nicht. Genau dafür ist ein guter Konfliktbegleiter da: Dass es Ihnen dabei und danach nicht schlechter, sondern besser geht. Deshalb heißt das auch „Konfliktklärung“. Man/frau sieht danach einfach klarer. Weiß, was zu tun ist. Und dann tut man das auch tatsächlich. Weil man hinter sich einen Profi hat, der das schon dutzendfach gemacht hat. Der oder die stärkt Ihnen den Rücken. Wer noch unter Konflikten leidet, geht Konflikte falsch an.

Nicht leiden.

Klären (lassen).

Meine Prognose: In fünf Jahren ist Konfliktklärung eine so selbstverständliche Dienstleistung wie Paketzustellung heute schon. Selbstverständlich muss man mitarbeiten (Adresse angeben, aufmachen, bezahlen…),  aber nicht alleine schleppen.

Das macht man nicht alleine, da lässt man sich unterstützen. Wie im Coaching heute schon. Und später ärgern wir uns, dass wir uns nicht heute schon das Leben ein wenig leichter gemacht haben.

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