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Ich will und ich werde – nur wann und wie?

„Schaun ´mer mal, dann seh´n mer schon“ – dieser Spruch geht vermutlich auf Kaiser Franz Beckenbauer zurück und wir kennen ihn alle. „Morgen, morgen nur nicht heute…“, „Soll ich oder soll ich nicht…“ Diese oder ähnliche  Sprüche beschreiben das Abwarten, das Zuschauen, das Zögern, das Nichts-Tun. Den meisten von uns ist es auch schon mal so oder ähnlich ergangen. Eigentlich hätten wir schon gewollt – aber dann kam die böse Prokrastination dazwischen. Die was? Zu deutsch: Die Aufschieberitis. Prokrastination klingt aber besser, wissenschaftlicher, nach Krankheit, für die man nichts kann: Ich prokrastiniere gerade mal wieder, ich armes Opfer, und dass das nichts wird, mit meinem Vorhaben, liegt ja auch nicht an mir, sondern an den widrigen Umständen, den Gesetzen, meinem Partner, der Konjunktur, dem Wetter, der Bankenkrise und dem umgefallenen Sack Reis in China.

Solange uns solche Gedanken und Unlustgefühle vor dem Anpacken von Aufgaben vor übertriebener Hektik und Aktionismus schützen ist nichts dagegen zu einzuwenden. Wenn sie uns aber am Handeln hindern, da, wo wir hätten ins Tun kommen müssen – da wird es gefährlich.

Was heißt das nun im Klartext? Motivation alleine reicht in den seltensten Fällen aus, um Ziele zu erreichen, Forderungen durchzusetzen und  gute Vorsätze auch tatsächlich umzusetzen – by the way: Wie sieht es mit Ihren Vorhaben, gefasst  am Silvestertag,  aus?  Noch gar nicht angefangen oder schon wieder aufgehört?

Willenskraft ist das, was gefragt ist, um es auch wirklich zu tun. Strategisch denken und planen ist höchstens die Hälfte der Miete – der bevorzugte Aufbewahrungsort für diese in Papierform gegossenen Absichten ist die Schublade.

„Der Wille kann  Berge versetzen“ sagt der Volksmund, die Psychologen nennen diese Fähigkeit Volition. Der Wirkungsgrad des Wollens wird in der Literatur in folgenden Teilkompetenzen beschrieben:

1. Aufmerksamkeitssteuerung und Fokussierung, d.h. wie sehr sich jemand auch unter schwierigen Bedingungen auf sein Ziel konzentriert

2. Emotions- und Stimmungsmanagement  (positivity is a choice)

3. Selbstvertrauen und Durchsetzungsstärke, d.h. wie stark glaube ich daran, auch Widerstände und Probleme meistern zu können

4. Vorausschauende Planung und Problemlösung, d.h. eben keine Prokrastination, sondern pro-aktive statt reaktiver Einstellung, lieber Drivers Seat statt hinterste Bank

5. Zielbezogene Selbstdisziplin, d.h.  frühzeitig erkennen, was notwendig ist und es konsequent umsetzen.

Geht doch, oder?

 

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