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Less is more

Weniger ist mehr – wie unsexy, dieses alte Oxymoron. Sie wissen grad nicht, was das ist ? Eine rhetorische Figur aus oxys ‚scharf(sinnig)‘ und moros ‚dumm‘ . Eine Formulierung aus zwei gegensätzlichen, einander (scheinbar) widersprechenden oder sich gegenseitig ausschließenden Begriffen.  Mit solchen Askeseforderungen hat man ganze Generationen zu disziplinieren und zu mäßigen versucht – die sich ihrerseits aber heftig gewehrt haben und statt dessen immer höher, schneller, weiter, schöner, dünner… sein und werden wollten.

Jetzt schlägt, wenn schon nicht das Universum, so doch das Pendel zurück.  Burn out, Überforderung, Verweigerung, Suizide einerseits, Minimalismus als neuer Trend andererseits. Und ein Kirchentag mit dem Motto: „Soviel du brauchst“.

Wie viel brauchen wir wirklich? Auch in Sachen Persönlichkeitsentwicklung und Weiterbildung?

Brauchen wir den „MBA in one Day“ im Ernst? Vermutlich eine Light- oder eine Turbo-Version von etwas, das „eigentlich“ lange Zeit braucht, um ein echter MBA zu sein, der diesen Namen auch verdient.

Turbo-Coaching, Speed-Coaching, noch mehr in weniger Zeit: Wollen wir das alles tatsächlich?

Light-Produkte haben sich als „Kokolores“ herausgestellt, Chapeau an die Sendung des Kollegen Hirschhausen. Sie halten ihr Versprechen, schlanker zu machen, nicht wirklich. Wir sollten Versprechungen wie: „Du kannst alles, wenn du nur willst“ genausowenig auf den Leim gehen. Gras wächst auch nicht schneller, wenn man daran zieht. Aber wir können für gute Rahmenbedingungen sorgen, also gelegentlich ein fettreiches Produkt durch die Light-Version ersetzen, das Gras gießen und düngen, beharrrlich trainieren und sorgfältig auswählen, worauf wir uns bei unserer Weiterbildung konzentrieren wollen. Denn es gilt noch immer: Meistens haben die Götter vor den Erfolg den Schweiß gesetzt.

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