Stress war gestern

Gestern war es wieder so weit. Alles war mir zu viel. Zu viel Termine, Stress, Aufgaben, Ärger, Unfug, Druck, Kinder, Partner, Politiker, Kunden, Einkauf, Haushalt, Schwiegereltern, … Da beschloss ich, ab sofort durchgehend und pausenlos und bis zum Tag des Jüngsten Gerichts alles, aber auch wirklich und ohne Ausnahme alles nur noch gelassen zu nehmen.

Eine gute Bekannte meinte dazu: „Würde ich am liebsten auch sofort machen, aber das schaffe ich nicht. Warum nicht?“ Ich tippte auf: „Du hast dich nie wirklich dafür entschieden, ab sofort gelassen zu sein.“ Sie guckte mich überrascht an und meinte dann: „So habe ich das noch nie gesehen. Ich dachte, gelassen kommt irgendwie … ja … von selbst. Kann man das denn? Sich einfach dafür entscheiden?“
Ja. Zumindest Kierkegaard behauptet das mit nordischer Vehemenz. Ein praktischer Versuch überzeugt. Ich sagte zu ihr: „Komm, sag es doch mal. Sag: Ich beschließe jetzt und hiermit, auf alles mit größter Seelenruhe zu reagieren und alles mit größter Gelassenheit anzupacken!“ Sie sagte es. Ob es wirkte? Sie hätten ihr Gesicht sehen sollen. Das Schöne an dem Satz: Je öfter man ihn sich in Gedanken oder wirklich vorsagt, desto entschlossener und gelassener wird man/frau.

Das Rezept ist übrigens auf alle Einstellungen und Verfassungen generalisierbar: „Ich entscheide mich hiermit, ab sofort … (mutig, fröhlich, sympathisch, zuversichtlich, unerschütterlich, charmant, sexy, intelligent, glücklich, zufrieden, erfolgreich, gesund …) zu sein.“ Wirkt immer. Manchmal heftig, manchmal moderat. Aber wirkt. Ausprobiert? Was möchten Sie sein? Wie möchten Sie sein? Jetzt? In diesem Augenblick. Wie Cat Stevens sang: If you wanna be free, be free. Wofür entscheiden Sie sich?

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