Archiv für März, 2010

Gestern in Würzburg: Expertentag der GSA

Sonntag, 14. März 2010

Die German Speakers Association, besser bekannt als GSA, rief nach Würzburg und viele kamen: erfahrene, profilierte und bekannte Redner, Trainer, Coaches, Berater, Autoren… und solche, die es noch werden wollen.

Frei nach dem Motto: Wissen teilen. Unter anderem in der Podiumsdiskussion: Ein Buch, ein Buch, ein Königreich für ein Buch -  mit mir als Moderatorin.

Ich diskutierte mit Martin Janik vom Hanser Verlag, Niels Pfläging, Autor des Bestsellers: Beyond Budgeting und Joachim Skambraks (Mr. Elevator Pitch) Tipps und Tricks, Möglichkeiten und Fallstricke, die mit dem Schreiben von Büchern verbunden sind. 

Nach, mit und beim Schreiben von mittlerweile mehr als einem Dutzend Sachbüchern und Ratgebern habe ich super spannende und positive Erfahrungen gemacht und ganz viel übers Büchermachen gelernt - übrigens: im Herbst kommt das nächte - Sie dürfen gespannt sein 

Ihre Cornelia Topf

Das ist ein Kerl!

Sonntag, 07. März 2010

„Sei doch nicht immer so …!“ Was auch immer: mürrisch, penibel, perfektionistisch, schnell eingeschnappt, hektisch, übereifrig, emotional, distanziert … Was hören Sie immer mal wieder? Normalerweise ignoriert frau solche Pauschalangriffe, ärgert sich drüber oder rechtfertigt sich. Verständlich, aber bringt meist nichts außer dem üblichen Gezänke. Richtig wäre, das Problem zu klären.

Dazu müssten Sie erst einmal wissen, was der andere unter … versteht. Bin ich zum Beispiel in seinen Augen erst dann perfektionistisch, wenn ich beim gemeinsamen Frühstück Krawattenzwang einführe? Oder bereits dann, wenn ich im Gegensatz zu ihm die Zahnpastatube von hinten ausdrücke? Das sollte ich vorab klären. Empfehlen zumindest die Familien- und Paartherapeuten und die Kommunikationstrainer. Also könnten Sie sagen: „Das tut mir leid, das möchte ich ändern. Deshalb möchte ich verstehen, was du meinst: Könntest du mir eine konkrete Situation aus der Vergangenheit nennen, in der du mich als … empfunden hast?“ Das ist die Lehrbuch-Lösung. Was nur wieder zeigt, wie sehr wir uns auf Lehrbücher verlassen können. Denn was berichten mir Seminarteilnehmerinnen und Coachees als häufigste Reaktion von Schatzi auf diese Lehrbuchlösung? Dies: „Stell dich doch nicht so an! Du weißt doch ganz genau, was ich meine!“ Da ist frau erst mal baff: Sie macht alles richtig und kriegt als Dank dafür eine vor den Latz geknallt. Wenn mir so etwas passiert, werde ich meist so wütend, dass ich Knall auf Fall die Situation verlasse und denke: „Du Idiot!“ Ich fühle mich nicht ernst genommen. Ich mache mir alle Mühe, komme dem anderen entgegen und der motzt bloß dumm rum! Wie ein Sechsjähriger. Ein Partnerwechsel ist in so einer Situation durchaus angesagt.

Klingt hart. Doch wer will schon mit einem Sechsjährigen in einer Paarbeziehung leben? Zur Beziehung gehört nun eben auch, dass man/frau miteinander reden kann. Und wer einen Gesprächsversuch derart unqualifiziert abblockt, der disqualifiziert sich für jede Beziehung mit einer Frau, die auch nur über ein Minimum an Selbstachtung verfügt. Viele Frauen versuchen es trotzdem. Machen Gesprächsversuch auf Gesprächsversuch und fragen mich dann: „Ich gebe mir doch solche Mühe mit ihm! Warum klappt das nicht?“ Weil Sie nicht der Therapeut Ihres Partners sind! Sie sind Beziehungspartnerin und nicht Coach oder Kommunikationstrainer. Rudimentäre Gesprächskompetenz muss ein Mann schon mitbringen in eine Beziehung – oder sie währenddessen erwerben wollen. Wenn Sie so einen Mann erwischen, dann sagt der etwa: „Mensch, du hast recht, darüber sollte ich mit dir reden können. Das probieren wir doch gleich mal!“ Das ist ein Kerl. Traut sich was. Der hat Potenzial. Den können Sie behalten.

Literaturempfehlung: Cornelia Topf: Emotionale Intelligenz, redline Verlag

Von Eichen und Schweinen

Montag, 01. März 2010

Regina war Zuhörerin bei einem meiner Vorträge. Als ich sie zufällig wieder traf erzählte sie:  „Besonders hat mich ein Spruch in Ihrem Vortrag beeindruckt: ‚Was schert es eine Eiche, wenn ein Schwein sich an ihr kratzt?’“ Sie erzählte: „Ich bin Lehrerin und habe eine Kratzbürste als Rektorin. Das sagen alle im Kollegium. Zwei Tage nach dem Vortrag schrie sie mich an. Das macht sie mit allen relativ häufig.“ Normalerweise bringt Regina das auf die Palme, sie keift zurück – und hinterher fühlen sich alle Beteiligten schlechter als zuvor. Dieses Mal nicht: „Ich sagte nichts, blieb ganz ruhig und dachte innerlich immer wieder: ‚Was schert es eine Eiche …?’ Plötzlich merkte ich, wie auch die Rektorin ruhiger wurde, wie ihr der Dampf ausging. Eine Viertelstunde später kommt sie zurück und entschuldigt sich – was sie in 15 Jahren noch nie gemacht hat.“ Die Rektorin sagte: „Das ging nicht gegen Sie. Ich musste einfach nur Dampf ablassen.“

Wir wissen doch alle, dass es Cholerikern am schnellsten den Wind aus den Segeln nimmt, wenn man auf ihre Einladung zur Verbalorgie nicht eingeht und Ruhe bewahrt. Wenn wir das so gut wissen, warum machen wir das dann nicht (öfter)? Weil wir nicht dran denken. Der Kniesehnenreflex der Kommunikation ist schneller: Angriff? Gegenangriff! Warum klappte es bei Vera? Weil der Vortrag noch frisch in ihrem Gedächtnis war. Persönliche Veränderung braucht diese gedankliche Auffrischung. Unsere Reflexe werden uns immer beherrschen – es sei denn, wir denken vorher dran. Vor der Situation. Am besten mit einem tollen Merkspruch, den wir spontan abrufen und an dem wir uns festhalten können. Erfolg braucht Merksprüche. Es gibt so einen Merkspruch für jede heikle Situation. Was sind Ihre? Vor und in allen heiklen Situationen gilt: Nie ohne meinen Zauberspruch!