Archiv für November, 2008

Wochenendgedanken

Samstag, 15. November 2008

Soll ich in der Vorweihnachtszeit Geschenke kaufen oder angesichts der konjunkturellen Situation lieber mein Geld zusammenhalten? Diese Frage bewegt in diesem Jahr viele Menschen. “Ich lass mir doch mein Weihnachtsfest nicht verderben und spare. Ich geb’ genau so viel Geld aus wie immer” hörte ich vor kurzem im Fernsehen.

Das “Gelingen” von Weihnachten in Abhängigkeit vom Konsum erscheint mir ähnlich losgelöst vom “eigentlichen” Sinn dieses Festes wie der Wunsch “Mahlzeit” auf dem Weg in die Kantine.

Meine kleine private Statistik: Keiner der Befragten konnte die Herkunft dieses Wunsches auf das ursprüngliche “Gesegnete Mahlzeit” zurückführen. Vielleicht sind wir schneller wieder an dem Punkt, dass wir für unsere Mahlzeiten dankbar sind, als wir glauben.

Kommunikation

Freitag, 14. November 2008

“Der größte Irrtum über Kommunikation ist die Annahme, sie habe stattgefunden” - das ist eine der für mich hilfreichsten Erkenntnisse überhaupt: Erstens ist es anders und zweitens als Du denkst.

Jedes Missverständnis wird zur Quelle von Heiterkeit, jeder Angriff zum Spaß, jede Kritik macht gute Laune. Ich verstehe ab sofort Dinge nur noch so, wie ich sie verstehen will, unabhängig davon, wie der andere sie gemeint haben könnte. Und dabei folge ich dem Harald-Schmitt’schen Motto: “Ich habe mich entschlossen, alles gut zu finden” - mit Einschränkungen natürlich, das “Gutfinden” endet bei körperlicher Gewalt, Missbrauch, und stößt an ethische Grenzen … Aber selbst Finanz- und Wirtschaftskrisen bekommen im Lichte des Kommunikationsirrtums plötzlich eine interessante Farbe:

Wie gehen wir damit um, wenn uns die vermeintliche Sicherheit der Ersparnisse zu verschwinden droht? Was macht uns Angst und wie gehen wir damit um? Kaufen Sie auch schon eine handbetriebene Körnermühle, dass Sie im Falle eines Falles - wenn es keinen Strom mehr geben sollte - Ihr Getreide zu Mehl verarbeiten können? Das jedenfalls tut ein Freund von mir. Eine Freundin schwärmt von der Großfamilie, die dann entsteht, wenn wir unseren “akkumulierten Wohnraum” verlassen, und zusammenziehen, um Miete zu sparen.