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Archiv für die Kategorie 'Rhetorik'

Präsentationstorpedos live entschärfen

Dienstag, 11. September 2012

Es war einmal eine böse Fee, die sagte: „Du übertreibst in Deinen Büchern immer so. Solche schlimmen Dinge passieren in der Realität nie!“ und dabei dachte sie vor allem an die Kathastrophen, die Präsentatoren (angeblich) auf der Bühne immer wieder  passieren. Das finden sie auch?

Dann lesen Sie mal, was mir eine Freundin gestern schrieb:

„Gestern Abend viel an Dich gedacht, bei einem Speaker Event hier in K. Full House, bis auf den letzten Platz ausgebucht. 5 Minuten vor Beginn ging der Beamer ein wie eine Primel.  Ein riesiger, professioneller Beamer. Präsentationstorpedo pur. Ich konnte über einen Bekannten, der sein Büro 5 Minuten von dort hatte, einen Ersatzbeamer besorgen, die erste Sprecherin musste  allerdings ohne Slides sprechen.

Als der nächste dann dran kam, klappte die vorige Sprecherin sein Notebook zu, alle Einstellungen weg, wir mussten die Pause vorziehen. Gau, Gau, Gau. Er war dann sehr gut, trotzdem, aber ich im Publikum habe gelitten. War dann noch eine gute Veranstaltung, aber die Veranstalter wankten gegen 2.00 Uhr morgens – sie mussten auch noch alles aufräumen, war in einem Rathaussaal – erschöpft von der Location. Insofern also warst Du und Dein Buch in unseren (meinen) Gedanken. Ich habe allen gesagt, dass das zeigt, ob ein Sprecher gut ist  und dann improvisieren kann.“

Sie wollen das auch können?  Hier naht die Hilfe!

Cornelia Topf: Präsentationstorpedos entschärfen

Michael Moesslang: So würde Hitchcock präsentieren

 

Gespräche planen – geht das überhaupt?

Donnerstag, 26. Januar 2012

“Wenn ich nicht so reden kann, wie mir der Schnabel gewachsen ist, dann bin ich doch nicht authentisch – und schauspielern kann ich nicht.“  Oft  höre ich das oder ähnliches in Seminaren und Coachings.  „Und außerdem verträgt sich Planung nicht mit Spontaneität und Schlagfertigkeit.“

Gewiss, Gesprächsleitfäden sind ein Relikt aus den achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts.

Kein ernstzunehmender Gesprächspartner wird sich heute noch an mehr oder weniger auswendig Gelerntem orientieren. Das wirkt steif, lächerlich und unflexibel.

Auf der anderen Seite ist es erstaunlich, wie viele Menschen ein Gespräch, bei dem sie etwas erreichen wollen –  sei es mehr Gehalt, einen attraktiveren Job, eine tragfähige Vereinbarung mit dem Partner,  eine Zielvereinbarung mit Mitarbeitern oder ein committment mit den eigenen Kindern – mit einer Reise ins Blaue verwechseln.

„Man muss das Ziel kennen, bevor man das Verkehrsmittel wählt“, sagt der Volksmund.

Ein klares Gesprächsziel (Was will ich erreichen?) ist Voraussetzung, um die zielführenden Verkehrsmittel – in diesem Fall die kommunikativen Werkzeuge – zu wählen.

Mauern, blocken, tarnen und täuschen, irritierende Bemerkungen, Du-Botschaften – oder doch lieber fragen, Gemeinsamkeiten betonen, Zwischenergebnisse zusammenfassen, nächste Schritte ankündigen, Ich-Botschaften? Die Auswahl an strategischen und taktischen Werkzeugen ist groß.

„Wer nur den Hammer kennt, für den sieht jedes Problem wie ein Nagel aus“ – diese Volksweisheit weist den Weg in die richtige Richtung:

Viele kommunikative Werkzeuge haben und möglichst zum zielführenden greifen.

Immer wieder trainieren. Auch einen Marathon läuft man ja schließlich nicht aus dem Stand.

Esoterik? Geld einfrieren!

Donnerstag, 05. Mai 2011

Verunsichert ruft die Teilnehmerin beim Veranstalter an.
„Dieses Seminar zum Thema Verhandlungsführung von Frau Dr. Topf – das finde ich sehr spannend. Ich komme da gerne hin, es darf aber bloß nichts Esoterisches sein. Wenn ich da die Füße fest parallel auf den Boden stellen und mich zentrieren soll – da laufe ich schreiend fort.“
Nun ist Esoterik an sich ja nichts Böses – blöd nur, wenn ich was Handfestes erwarte und mit Unsicht- und Unwägbarem konfrontiert werde, an das ich nicht so recht glauben mag und für das mir jegliche Belege fehlen.
Österreich hat auf Anordnung der EU 1,2 Milliarden Euro aus Libyen eingefroren, heißt es heute im Wirtschaftsteil der der SZ. „In Kreisen“, so ist dort weiter zu lesen, „hatte es zuletzt geheißen, ein großer Teil des Geldes gehöre der libyschen Nationalbank und liege auf Konten österreichischer Geschäftsbanken“. Wieso in Kreisen? Wie kann man in Kreisen heißen? Kornkreise? Das ist es wieder, dieses unheimliche Gefühl! Da geht was nicht mit rechten Dingen zu. Wieso nicht im Quadrat? Vielleicht springen ja die Österreicher in demselben, wegen der Anordnung aus Brüssel?

Gluschtig, was die Sprache so alles bietet

Dienstag, 03. Mai 2011

Gluschtig – Sie wissen nicht, was das heißt?
Ich auch nicht. Hört sich aber so plastisch an, dass ich mir was darunter vorstellen kann. Gluschtig – so schrieb mir eine Auftraggeberin aus der Schweiz – hörten sich meine Vortragsthemen an.
Ich finde, sie hören sich nicht nur so an, sondern sie sind auch so – und hoffe, es ist was positives.
Bei der „Harndurchreiche“ meines Urologen bin ich mir da nicht so sicher. Harn-durch-Reiche – das Märchen vom Harn, der durch viele Königreiche floss oder reich durch Harn? Der Urologe wird´s wissen.
Da lobe ich mir doch die „Ins-Licht-geh-Abende“, die früher in der dunklen Jahreszeit im tiefen Schwarzwald üblich waren. Um Strom zu sparen, wurde nur in einem einzigen Haus Licht gemacht, dort traf man sich dann zur gemeinsamen Abendgestaltung – ein früher Vorläufer der „Atomkraft-Nein-Danke-Bewegung.“? Die Stadt Bühl belebt diese Tradition im Oktober wieder neu.
Wahrscheinlich war es dort immer noch recht schummrig und es würde mich nicht wundern, wenn die Umdichtung meines Buchtitels „Verhandlungsführung für Frauen“ in „Verführung für Frauen“ bei solchem Lichte entstanden wäre. Danke für die Themenanregung, liebe Frau K. aus S.
Anregend kreativ und schlagfertig auch die Reaktion der Rednerin W. auf das Kikeriki eines Handy-Klingeltones mitten in Ihrer Rede: „Solange noch die Hähne nach mir krähen…“