Homepage Metatalk

Archiv für die Kategorie 'Coaching'

Hilf Dir selbst, sonst hilft Dir keiner

Montag, 21. Mai 2012

Selbstbedienung, Selbsthilfegruppen, Selbstcoaching?

Was waren das noch für Zeiten, als an der Tankstelle der Tankwart nicht nur den Tank befüllte, sondern auch noch Ölstand kontrollierte und die Scheibe wusch.

Oder im Restaurant ganz selbstverständlich serviert wurde. Machen wir heute (fast immer) selbst. Hat Vorteile. Geht oft schneller. Wir können selbst besser wählen. Ist preiswerter (so hat man uns zumindest vor Jahrzehnten die Abschaffung des Services an den Tanken schmackhaft gemacht). Dafür stehen wir jetzt  bei schönem Wetter im Biergarten in der Schlage, machen uns bei der Ölkontrolle die Finger schmutzig und werden peinlich rot, wenn der Automat die Kontokarte einbehält. Nix Geld.

Was können wir nicht alles alleine. Insbesondere Frauen sind Weltmeister in: „Dafür brauch´ ich keinen“. Ich verdien mein Geld alleine, zieh die Kinder alleine groß, die Haare färb ich mir ganz ohne Friseur, den Autopannen- und den Heimwerkerkurs für Frauen hab ich längst besucht und beim Motorsägekurs bin ich angemeldet.

Und jetzt auch noch Selbstcoaching. Ja. Nicht immer, aber immer öfter.

Einen guten Coach ersetzt so schnell nichts. Er oder sie reduziert das Durcheinander im Kopf und bei den Gefühlen, ist Lotse, Spiegel, Katalysator und Lösungs-Findungs-Helfer. Wenn er die Idealbesetzung ist, hat er eine profunde Ausbildung und einen klaren Blick – aber er ist nicht immer da.  Wie mein Personal Trainer, mein Yoga-Lehrer  oder mein Fitnesstudio. Zu weit weg, geschlossen, Urlaub. Ich übrigens auch. Manchmal hab ich einfach zu, bin auf Geschäfts- oder Dienstreisen, im Urlaub.

Was mach´ ich dann? Yoga geht fast immer und überall in jedem Hotelzimmer. Es soll Menschen geben, die Joggen des Nachts Treppenhäuser rauf und runter, wieder andere machen isometrische Übungen und die nächste klettert die Fassaden rauf.

So ist das auch mit dem Coaching. Geht (fast) immer und überall, wenn man weiß, wie. Selbstcoaching eben. http://bit.ly/bUuwuV

Empowerment – Wissen ist Macht

Montag, 05. September 2011

Da will eine Coaching-Klientin ihr kleines Unternehmen verkaufen und fühlt sich sehr unsicher, schließlich hat sie so etwas noch nie gemacht. Sie bietet es einem großen Mitbewerber an, der nicht uninteressiert scheint. „Ich habe ordentlich Bauchweh, wenn ich an diese Gespräche denke, schließlich habe ich keine Ahnung, was meine Firma wert ist“, sagt sie im Coaching.
„Was haben Sie denn schon zur Ermittlung des Unternehmenswertes unternommen?“ frage ich sie. „Nichts. Mein Vater hat gesagt, dieser Laden sei sowieso unverkäuflich.“ Aha.
Also erarbeiten wir im Coaching, wer als potentieller Übernehmer noch infrage kommt und sie findet es eine gute Idee, Ihre Firma auch dort vorzustellen. Außerdem wird sie sich mit einem befreundeten Banker beraten und beim Verbandsjuristen schlau machen. Und plötzlich verleiht ihr alleine der Gedanke an all diese Möglichkeiten Stärke und Kraft. „Vorm Beginnen sich Besinnen, Macht gewinnen“ sagt ein Sprichwort. Sich also Fragen stellen wie: Was habe ich für persönliche und finanzielle Ressourcen? Wer oder was macht mich stark? Was habe ich für Alternativen zum Verkauf? Was tun, wenn die gebotenen Preise deutlich unter dem ermittelten Wert oder der eigenen Schmerzgrenze liegen?
Nachdem sie Antworten auf die meisten Fragen gefunden hatte, war sie subjektiv in einer wesentlich besseren Position. Nicht mehr die, die etwas Unverkäufliches zu Markte zu tragen versuchte, sondern diejenige, die etwas Attraktives anzubieten hatte, um dessen Wert sie sehr wohl wusste. Das strahlte sie auch aus und konnte es nach etwas Übung auch überzeugt und überzeugend sagen. Damit hatte sie sich dann auch objektiv in eine machtvollere Position gebracht.

Empört Euch?

Freitag, 20. Mai 2011

Wann haben Sie sich das lezte Mal so richtig aufgeregt? Über die ewig unpünktliche Bahn, unsere unfähigen PolitikerInnen,  die Abzocke und Verarsche allerorten, die Lebensmittelkonzerne mit ihren gesundheitschädlichen Zusätzen in den Lebensmitteln, die zunehmende Kriminalität, die Ausspioniererei von Google, das schlechte Wetter…

Das schöne daran: Wir bekommen mit hoher Wahrscheinlichkeit Zustimmung von anderen, wenn wir uns so richtig empören – geteiltes Leid ist ja bekanntlich doppelte Freud. Und wir sind oft in Einklang mit Deutschlands Empörungs-Sprachrohr Nr. 1: der Bildzeitung.
Das Dumme nur: Wir verändern damit wenig bis nichts. Außer natürlich, wir heißen Stéphane Hessel und haben ein wirkliche Botschaft. Steckt nicht in empören die „Empore“ und ist die nicht immer etwas oben drüber, höher, abgehoben? Der Blick von dort: von oben herab. Wohlgemerkt nicht: Adlerperspektive, Überblick.

Heute empörte sich die Coaching-Klientin über Ihre Kollegin. Was die alles tut und lässt, was die kann und nicht kann, wie sie die Dinge angeht oder aber eben auch nicht. Was bewirkt diese Empörung? Nichts. Doch. Sie ist der Persilschein dafür, selbst nichts tun zu müssen, es sind ja die anderen, selbst ist man/frau nicht verantwortlich, braucht nicht auf den manchmal mühsamen Weg der Veränderung. Ich unterbrach die Klientin. „Ich bin ja humorvoll, aber die Welt ist eben nicht so“. Sie verstand das Bild.

Sind wir nicht alle ein bisschen Guru?

Freitag, 18. März 2011

„Gestatten, Guru“ titelte vor kurzem die Süddeutsche Zeitung und meinte damit das „Besserwisser-Business“:  Sind  wir Trainer, Speaker und Autoren nicht alle ein bisschen Besserwisser? Obwohl wir doch wissen, dass Oberlehrer noch nie jemand so richtig gemocht hat. Hauptsache, die Verpackung stimmt, der Unterhaltungswert und Humorquotient sind hoch. Verstehe ich gut angesichts oder besser angehörts zahlloser langweiliger und staubtrockener Veranstaltungen und Präsentationen. „Du darfst alles, nur nicht langweilen“ gehört schließlich zum Einmaleins der Vortragskunst – wer das nicht beherrscht, braucht sich nicht zu wundern, wenn die Zuhörer in seinem Vortrag (die Steigerung ist vermutlich Vor-Lesung) lieber ein gutes Buch lesen denn zuhören.

Mit Plattitüden wie: „Du kannst alles, Du musst es nur wollen“, „Erfolg ist machbar“ und „Jeder ist seines Glückes Schmied“ Arenen füllen, viel Geld verdienen,  die mediale Präsenz erhöhen – und natürlich verkaufen, verkaufen, verkaufen: Vorträge, Workshops, Seminare, Bücher, Hörbücher, CDs, DVDs, sonstige Devotionalien…  Honorare von 20.000 € las ich in der SZ, für einen zweistündigen Vortrag, würden gezahlt. Nur kein Neid, sagte ich mir da, Du kannst das alles, Du musst nur wollen.

Und dann merke ich sehr schnell, dass ich gar nicht will. Kein Mißverständnis:  Wenn Sie mir höhere Honorare als bisher zahlen oder mir eine Spende überweisen wollen, nur zu,  ich teile Ihnen gerne meine Kontonummer mit. Geschäftemachen ist weder unverschämt noch unredlich – wie manche Menschen den „Business-Gurus“ vorwerfen, zu dicht am Neid gebaut.  Niemand zwingt ja die Heilssucher zu den Heilsbringern in den Saal oder auf die glühenden Kohlen – es ist noch gar nicht solange her, dass diese Art des „Motivationstrainings“ mit Eventcharakter Tausende mobilisierte. Den Blick weg von den Kohlen, starr nach oben, „kühles Moos, kühles Moos“ raunend liefen wir durchs Glutbett. Geile Erfahrung, es geht tatsächlich. Veränderungseffekt fürs eigene Leben, fürs Verhalten: Gleich Null.

„Schusterin, bleib bei Deinen Leisten“ sage ich mir, Menschen individuell unterstützen, entwickeln und befähigen, ganz dicht dran sein am Einzelnen, Katalysator und Loste sein, Stärken stärken, Schwächen schwächen, den Spiegel vorhalten, den Blick für die Lösung schärfen, die Selbstwahrnehmung verbessern, ach, das ist es doch, was Du so gut kannst. Auch wenn es nicht ganz so reich macht.

Gnaden-Coaching

Dienstag, 15. Februar 2011

Gnaden-Brot: Da denke ich an alte Pferde, denen schon ein paar Zähne fehlen und die „zu nichts mehr nütze“ sind, manchmal noch an die Bremer Stadtmusikanten, die auszogen, etwas Besseres zu suchen – aber selten an Coaching. Ab jetzt ist das anders. Und das kam so.

Chef und  Mitarbeiter verpflichten mich als Coach, wir arbeiten erfolgreich am vereinbarten Thema, es gibt einen Zwischenbericht, nach einigen Sitzungen wird das Coaching vereinbarungsgemäß beendet. Wenige Tage nach der letzten Sitzung ruft mich der Mitarbeiter an und berichtet von seiner Kündigung durch den Chef.

Das Telefonat mit dem Chef ergibt einsehbare Gründe: Die Internationalisierung des Aufgabengebietes sei für den Mitarbeiter eine Nummer zu groß, die internen Bewerber für die neu zu schaffende internationale Position einfach zu stark. Da tue sich der Mitarbeiter keinen Gefallen, wenn er weiter auf seiner Stelle bliebe …

Coaching kann beim Erreichen verschiedenster Ziele hilfreich sein. Offenbar auch, um eine „Freisetzung“ vorzubereiten. Der Vorgesetzte benutzt das Coaching als Nachweis gegenüber seinen eigenen Vorgesetzten: „Ich habe alles versucht – selbst ein Last-Minute-Coaching. Aber selbst das Coaching zeigte, dass der Kandidat nicht mehr zu halten ist.“ Das ist vielleicht nicht die feine englische Art – aber Business ist eben leider kein Ponyhof. Wichtig ist allein für den betreffenden Kandidaten die Invertierung des alten Rudi-Carrell-Showtitels: „Lass dich nicht überraschen!“ Sei wachsam: Wenn dein Chef dir ein Coaching spendiert inmitten von Strategieänderungen, Fusionen, Restrukturierungen, Krisen – warum macht er das? Verlass dich auf deine Nase! Und wenn sie juckt, dann nimm dir dieselbe Freiheit wie dein Chef: Benutze das Coaching (auch) für deine eigene Priorität. Nämlich als Karriere-Coaching. Damit die Karriere ungebrochen weitergehe – entweder im selben oder in einem anderen Unternehmen.

Hol Dir, was Du brauchst!

Donnerstag, 18. Februar 2010

Eben hatte ich eine Coachee, Mutter, Wiedereinsteigerin, die eigentlich ganz zufrieden mit ihrem Job ist: gutes Gehalt, gute Perspektive, Arbeitsplatzsicherheit. Sie wollte ihr Verhandlungsgeschick etwas aufpolieren, wir investierten eine Stunde und kurz vor dem Rausgehen sagte sie noch: „Ja, der Job ist ganz gut. Aber ich bin schon ein wenig enttäuscht, wie wenig Anerkennung ich bekomme.“ Ich meinte darauf: „Ja, Anerkennung ist selten im Job. Dabei machen Sie auf mich einen sehr kompetenten Eindruck. Und verhandeln können Sie auch ziemlich gut.“ – „Ach“, meinte sie. „So toll ist das nicht. Sonst wäre ich ja nicht ins Coaching gekommen.“
Da wusste ich, warum sie so „wenig Anerkennung“ bekommt: Sie nimmt sie nicht wahr. Zumindest meine nicht. Schlimmer: Sie lehnt sie ab. Das wird sie bei der Karriere ziemlich behindern. Wenn ich den Abteilungs- und Bereichsleiterinnen, die ich kenne, dasselbe Kompliment gemacht hätte, hätten die gesagt: „Danke, ja, auf mein Verhandlungsgeschick bin ich schon stolz.“ Das klingt selbstbewusst? Ist es auch. Diese Frauen sind nicht deshalb so selbstbewusst, weil sie Abteilungsleiterinnen sind. Die sind Abteilungsleiterinnen, weil sie so selbstbewusst sind. Selbstbewusste Frauen machen sich nicht klein. Sie lehnen kein Kompliment ab und sei es noch so klein oder selten. Besser noch: Sie fordern Anerkennung ein! Wenn der Chef nicht sagt, wie zufrieden er ist, fragen sie selber nach. Warum machen die das? Weil sie zu ihren Bedürfnissen stehen. Sie verdrängen ihren Wunsch nach Anerkennung nicht. Sie leben ihn aus. Und zwar so, dass er erfüllt wird. Ist das nicht schön? Wer sich um sich selbst kümmert, kriegt nicht nur, was sie will. Sie macht auch noch Karriere.

Realismus und Verdrängung

Mittwoch, 20. Januar 2010

Wir erleben die schlimmste Wirtschaftskrise seit 80 Jahren, das Klima spielt verrückt und unsere Kinder erben mit staatlicher Schuldenlast und Rentenkrise eine unsichere Zukunft. Und was machen wir? Weiter wie bisher.

Selbst eine Weltwirtschaftskrise und ein zerstörtes Klima lassen uns nicht in Panik und Hysterie verfallen. Wir sind cool und souverän. Oder eher lethargisch? Phlegmatisch? Leben wir noch oder verdrängen wir schon?

Wenn ich diese Frage stelle, bricht manchmal ein Sturm der Empörung aus: „Aber ich kann mich doch nicht über jedes Unglück aufregen!“ Ist das Gegenteil von Verdrängung = Aufregung? Gibt es zwischen Gleichgültigkeit und Panik nichts mehr? Wie wäre es mit realistischer Wahrnehmung?

Die Mutter, die sich über das Weltklima sorgt und dann den Autoschlüssel nimmt, um ihr Kind in den 200 Meter entfernten Kindergarten zu fahren, leidet nicht schwer. Aber sie leidet an Realitätsverlust. Sie beklagt etwas, das nicht mehr Teil ihrer Realität ist. Sie tut so, als ob „das Klima“ außerhalb ihres Haushalts existiert und durch sie nicht tangiert wird. Wenn sechs Milliarden Haushalte so denken, dann ist klar, dass sich an den Weltproblemen nichts ändert.

Etwas anderes ist aber auch klar: Wer unter Realitätsverlust leidet, kann nicht glücklich, menschlich oder auch nur erfolgreich werden/bleiben. Denn es gibt leider keine andere Realität als diese hier. Ich kann mir noch so lange einreden, dass es trotz Klimakrise egal ist, wenn ich wegen 200 Metern meine A-Klasse anlasse. Irgendwann belehrt mich der Klima-GAU eines Schlechteren.

Wobei das Klima nur ein Leidtragender von Realitätsverlust und Verdrängung ist. Der andere ist die Verdrängende selbst: Wer Teile der faktisch existierenden Realität oder seiner eigenen Persönlichkeit abspaltet oder verdrängt, wird täglich ein wenig unzufriedener, missgelaunter, gestresster, entfremdeter, fremdbestimmter, kraftloser. Weil es eine ungeheure Kraft kostet, diese verdrängten Teile unbewusst unter dem Teppich zu halten. Die Bibel hat recht, wenn sie sagt: „Ihr werdet die Wahrheit erkennen und die Wahrheit wird euch frei machen.“ Verdrängen macht unfrei und schwächt. Also machen wir die Augen auf und erkennen wir.

„Soll ich denn ob der Ungerechtigkeit der Welt in pausenlosen Jammer ausbrechen?“, fragte mich mal eine Coachee. Ich sah es ihr nach: Wer zu lange verdrängt hat, stellt solche weltfremden Fragen. Das Gegenteil von Verdrängung ist ebenfalls nicht Hysterie. Es ist schlicht und einfach die achtsame Wahrnehmung: Das erkennen, was da ist. Das anerkennen, was da ist. Ohne Wenn und Aber.

Ich kann mich nicht erinnern, dass der Dalai Lama jemals die Augen vor dem Bösen in der Welt verschlossen hätte. Er rebelliert auch nicht ständig dagegen. Aber er nimmt alles, wirklich alles, was ihm seine Augen und Ohren melden, als das wahr, was es ist. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Deshalb ist er in seinem hohen Altern noch so jugendhaft und kraftvoll. Weil Verdrängen schwächt. Integration stärkt. Und wer meint, dass mit „bloß wahrnehmen“ die Welt nicht zu retten ist, der verwechselt Ursache mit Wirkung. Oder wie Ignatio Silone sagte: „Man sollte die Welt so nehmen, wie sie ist. Aber nicht so lassen.“

Ertragen und schweigen ist das falsche Rezept!

Freitag, 30. Oktober 2009

Jetzt ist Marlies schon seit drei Jahren Abteilungsleiterin in einem Elektronikkonzern – und noch immer passiert ihr in fast jeder Präsentation folgendes: Alle hören zu, bis auf Meier. Meier hat ständig was zu kommentieren, zu meckern, anzumerken. Sachliche Gründe hat er dafür nicht. Dafür persönliche: Meier ist ein Mann und Marlies eine Frau. Und (viele) Männer akzeptieren nun mal keine Frau als Vorgesetzte. Obwohl das keiner zugeben würde. Die sagen das nicht offen. Die schießen verdeckt. Wie zum Beispiel bei Marlies’ Präsentationen. Frau hat ja keine Ahnung vom Fach.

Und wenn sie ausnahmsweise eine hat, dann sagt Meier großonkelhaft, wollwollend, herablassend: „Das haben Sie jetzt aber schön gesagt.“ Als ob er der Vorgesetzte wäre, der einer Assistentin Anerkennung ausspricht. Marlies kocht vor Wut. Seit drei Jahren. Das ist ein Fehler.
Ertragen und schweigen ist einfach das falsche Rezept gegen Männer, die was gegen Frauen haben.

Das habe ich Marlies jüngst auch im Coaching gesagt. Weil Marlies das schon wusste, haben wir dann das trainiert, woran es bei vielen Frauen hängt: Artikulation. Wir haben alternative Formulierungen ausprobiert. Wie in der Boutique: „Herr Meier, hier drin bin immer noch ich der Boss.“ Das war Marlies zu „herrisch“. „Wer hat Sie denn zum Abteilungsleiter befördert?“ Das mochte sie schon eher, traute sich aber die Ironie nicht ganz zu. „Gut, danke. Ich würde lieber etwas hören, das uns inhaltlich weiter bringt.“ Das nahm sie schließlich, weil es Meiers Ehrgeiz weckt mit der impliziten Botschaft: „Wenn du glaubst, besser zu sein als ich, dann zeig uns das doch mal!“ Am nächsten Tag rief Marlies an und kicherte am Telefon.

„Der Meier war erst mal richtig platt und hat gar nichts mehr gesagt. Ich glaube, der hat endlich kapiert, dass ich das nicht mehr mit mir machen lasse.“ Männer sind wie Regen. Wenn es anfängt, dann spannt frau mit aller Selbstverständlichkeit den Schirm auf. Und geht weiter ihren Weg.