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Archiv für die Kategorie 'Coaching'

Diese Wichtigtuer!

Donnerstag, 09. Juni 2016

Karl, unser Facility Manager, erzählt: „Wir haben einen Segellehrer im Yachtclub, der war früher Kapitän von einem Kreuzfahrtdampfer. Riesenpott. Uniform mit goldblitzenden Knöpfen. Total wichtiger Mann. Seit er pensioniert ist, sucht er die Wichtigkeit bei uns. Als Segellehrer.“ Da liegt das Problem.

Karl weiter: „Er kennt einen Kreuzfahrtpott in- und auswendig. Aber von der Technik beim Segeln hat er nicht so viel Ahnung.“ Doch er führt das große Wort. Neulich hat er einen Segelschüler nach einem fast missglückten Anlegemanöver scharf zurechtgewiesen. „Anstatt ihn vor Beginn der Stunde auf die Tücken dieses besonderen Bootes hinzuweisen“, meint Karl. „Ein guter Lehrer hätte das getan.“ Doch dieser Lehrer ist nicht gut, er ist wichtig. Wer Schüler anbrüllt, ist wichtig. Denkt er. Der Schüler dachte, „Was für ein …“ und hat den Lehrer gewechselt. Der Wichtigtuer registriert das nicht (weil es nicht wichtig macht). Prompt tritt er ins nächste Fettnäpfen.

Als der Club die Bewerbung einer neuen Segellehrerin in der Vollversammlung diskutiert, sprechen sich alle für die Lehrerin aus. Er ist als einziger dagegen, weshalb er in coram publico ein pauschales Vorurteil über Frauen am Bootsruder vom Stapel lässt, um die Aufnahme zu verhindern. Er allein gegen alle – das macht ihn wichtig. Denkt er. Die Versammlung denkt das nicht. Sie lacht ihn wegen seines Uralt-Vorurteils aus. Er lernt nichts draus. Er macht sich weiter wichtig. Warum?

Weil Wichtigtun eine Sucht ist-  und Sucht  macht blind.

Wie wehren Sie sich gegen Wichtigtuer, Reichsbedenkenträger, Bremser, Verhinderer, Blockierer, Nervtöter, Meckerer, Oberlehrer, Haarspalter, Kribbelschisser und Korinthenkacker? Wie kriegen Sie solche Leute dazu, endlich damit aufzuhören?

  1. Die Overload-Taktik. Der Wichtigtuer will was. Nämlich wichtig sein. Sobald er das kriegt, gibt er Ruhe – falls Sie korrekt dosieren. Meist ist die richtige Dosis die doppelte Dosis. Also nicht: „Danke für den Hinweis!“ Sondern: „Da machen Sie uns auf einen eminent wichtigen Punkt aufmerksam! Danke für diesen überaus wertvollen Hinweis!“ Das funktioniert. Vorausgesetzt, Sie sprechen die Überdosis ironiefrei aus. Das gelingt nicht auf Anhieb, weil es mit unserem eigenen Wichtigseinwollen konkurriert. Deshalb trainieren wir Musterformulierungen in Coaching und Training. Mit etwas Übung klappt das.
  2. Die Ablenkung.Diese rhetorische Standardintervention funktioniert in allen Kontexten. Voraussetzung: Beim neuen Thema kann sich der Wichtigtuer so wichtig machen wie beim alten. Also zum Beispiel: „Ja, das Anlegemanöver ging etwas daneben. Aber mir ist vorhin schon aufgefallen, dass Sie eine ziemlich teure neue Segeljacke tragen …“ Durchsichtig? Nicht aus Sicht des Wichtigtuers. Er (und sie) nimmt jede Gelegenheit gerne an, sich zu profilieren.
  3. Der Yachtclub hat’s vorgemacht und laut gelacht, als der Wichtigtuer die Segellehrerin wegbeißen wollte. Das funktioniert auch, wenn nur eine(r) lacht. Viele sagen: „Das ist mir nicht in die Wiege gelegt!“ Das ist es keinem/r! Therapeutisches Lachen ist reine Trainingssache.
  4. Verständnis. Als der unbelehrbare Wichtigtuer bei der nächsten Versammlung erneut einen vielversprechenden Kandidaten abschießen will, sagt der Clubvorsitzende: „Geschätzter Kollege, ich verstehe sehr gut, dass Sie den Club vor Überfremdung schützen möchten. Es imponiert mir, dass Sie dieses Ziel mit aller Vehemenz verfolgen. In diesem Fall jedoch …“ Das hört der Wichtigtuer nicht mehr. Weil ihm das ausgedrückte Verständnis schon reicht.

Vier Rezepte, die sich in der Praxis bewährt haben – wenn man sie vorher ein wenig übt. Also: Nicht klagen! Üben! Wollen wir?  

Was wir von Rumpelstilzchen lernen können

Samstag, 21. Mai 2016

Sie erinnern sich nur vage wie das war mit dem Stroh und dem Gold bei den Gebrüdern Grimm?

Und Sie haben auch noch nie versucht, aus Stroh Gold zu spinnen wie die Müllerstochter? Dann ändern wir das jetzt mal. Wir könnten das nämlich viel öfter machen. Uns im Bereich unserer größten Unfähigkeit spezialisieren.

Samuel Shem, US-Literat und Psychologe, meint zum Beispiel: Die meisten seiner Kollegen, die selbstmordgefährdete Patienten behandeln, waren selber einmal gefährdet – deshalb seien sie heute so gute Therapeuten. Was uns zur Frage bringt:
Was machen eigentlich Sie beruflich oder ehrenamtlich? Wichtiger: Warum?
Wagen wir eine steile These: Die besten FamilientherapeutInnen stammen aus dysfunktionalen Herkunftsfamilien. Die besten IngenieurInnen standen als Kind einmal hilflos vor einem Apparat und kamen sich klein und dumm vor. So heftig, dass sie sich mit Wut und Trotz reinknieten und heute technische Genies sind. Sie haben sich auf dem Feld ihrer größten Schwäche spezialisiert und professionalisiert – und reüssieren nun damit. Tolles Erfolgsrezept. Natürlich gibt es auch Therapeuten und Ingenieure mit anderer Kompetenzentwicklung. Aber das ist nicht der Punkt.
Der Punkt ist: Wir können unser Schicksal wenden. Wir können aus einer großen Schwäche eine große Stärke machen. Raten Sie mal, warum ich heute eine der führenden deutschen Kommunikationsexpertinnen und Coachin bin … Wie schon im Rumpelstilzchen-Märchen der Vater der armen Müllerstochter meinte: Man muss sich nicht mit Stroh zufrieden geben. Man/frau kann auch Gold daraus spinnen. Einen Nachteil in einen Vorteil verwandeln.
Eine Bedrohung in eine Chance. Eine Niederlage in einen Sieg. Ein Handicap in eine Schlüsselkompetenz. Das gelingt leichter, wenn man damit nicht allein gelassen wird. Die Müllerstochter war dabei auf das Rumpelstilzchen angewiesen. Das moderne Rumpelstilzchen ist der Coach, die Coachin. Sie hilft uns, aus Stroh Gold zu spinnen. Mit dem gravierenden Vorteil, dass man nicht wie im Märchen Leib und Seele oder das Erstgeborene verpfänden muss. Daher: Geh zum Coach!
Aber auch: Schau auf deine Schwächen – und gewöhn dir bei ihrem Anblick Scham und Verdruckstheit ab! Wer sich seiner Schwächen schämt, begegnet ihnen noch nicht richtig. Wir sollten unsere Schwächen nutzen, Erfolge draus zu machen. Das geht. Das ist sozusagen der Rumpelstilzchen-Effekt. Leider verpassen viele diesen Effekt.
Viele sagen mir im Coaching angesichts einer Schwäche: „So bin ich eben! Das kann ich halt nicht!“ Ich erwidere dann gerne: „Das können Sie noch nicht.“ Den meisten Menschen kommt irgendwann die Erkenntnis: Das Schicksal hat uns nicht umsonst diese und andere Schwächen gegeben. Schwächen sind Sprungbretter – wenn wir springen. Das Schicksal möchte, dass wir was draus machen, dass wir etwas aus uns machen.
Die Chance ist groß, etwas richtig Großes daraus und damit aus sich selbst zu machen, wenn wir uns nicht unserer Schwächen schämen, sondern uns ihrer annehmen. Das ist kein Märchen, das ist Realität. Denn genau mit diesem Ansatz schaffen wir unsere Realität selbst.
Schaffen wir.

„Projekt-Narzissten“ aushebeln

Samstag, 07. Mai 2016

Das ganze Team hängt sich rein für das Projekt, macht Überstunden, arbeitet an den Wochenenden. Bei der Präsentation am Endtermin sagt der Projektleiter zum Geschäftsführer: „Na, wie habe ich das wieder hingekriegt?“ Als ob er allein es gestemmt hätte! Das Team kocht vor Wut über den Projektleiter. „Projekt-Narzissten“ nennt eine Kollegin von mir solche Menschen.

Warum fallen wir immer wieder auf sie herein, obwohl wir es eigentlich besser wissen müssten?

Weil jeder Mensch (mindestens) zwei Seiten hat. Auf der einen sind sie selbstherrlich – auf der anderen Seite sind Narzissten ungemein gewinnend und überzeugend – aber nie manipulativ. Das ist der Unterschied zum Egoisten. Der Egoist weiß, dass er andere schädigt, der Narzisst ahnt es nicht einmal. Er glaubt tatsächlich, dass ihm der ganze Lorbeer zusteht, weil er es glauben muss. Sein Selbstbild  („Ich muss was ganz Besonderes sein!“) – und sein Erfolg – stehen und fallen  mit dieser konstruktiven Illusion. Oder wie Albert Bernstein sagt: „Es gibt Narzissmus ohne Größe, aber es gibt keine Größe ohne Narzissmus.“

Bernstein kennt auch ein Kraut, das gegen narzisstische Spiele gewachsen ist: „Nicht mitmachen!“ – wenn es denn irgend geht. Und wir diese Spiele rechtzeitig durchschauen. Wir  verlieren sonst immer dabei,  auch dann, wenn wir an das Gerechtigkeitsempfinden des Projekt-Narzissten appellieren „Denk doch nicht immer nur an dich!“ Das kann der Narzisst nicht – sonst wäre er keiner. Er kreist nur um sich, Appelle helfen nicht. Höchstens Konsequenzen: „Entweder wir dürfen bei der Präsentation mit aufs Podium – oder du kriegst das letzte Arbeitspaket nicht.“ Das kommt den Narzissten hart an.

Denn tatsächlich nehmen Narzissten nicht nur bei der Lorbeer-Verteilung den Mund recht voll, also am Ende eines Projektes, einer Aufgabe. Menschen mit ausgeprägter narzisstischer Tendenz beißen auch bei der Aufgabenverteilung in der Regel größere Stücke ab als sie schlucken können. Sie übernehmen sich gerne vor allem bei attraktiven Aufgaben: „Ja, klar, gib her – das wuppe ich auch noch!“ Sie merken nicht, wenn es zu viel wird, weil es an Besonderem nie genug sein kann. Deshalb konsultieren die cleveren Nicht-Narzissten einen Coach oder anderen Vertrauten, dessen Urteil sie schätzen: „Tolles Projekt! Was ganz Besonderes! Aber, was meinst du, schaffe ich das? Auch wenn ich das am liebsten alleine angehen würde – wen brauche ich unabdingbar dafür?“ Man kann sich diese Fragen gut und gerne selber stellen.

Doch genau diese Selbstreflexion schaffen Menschen mit starker narzisstischer Tendenz in der Regel nicht . Weil sie nur den Lorbeer und nicht den nötigen Aufwand sehen können und wollen. Deshalb sind sie so wild auf besondere Aufgaben . Sie spannen andere dafür ein, beanspruchen dann aber die ganze Anerkennung für sich selbst. Vor lauter Ärger über solches Verhalten übersehen wir aber häufig etwas, was wir von Narzissten lernen könnten.

Während der Narzisst sich chronisch selbst überschätzt und sich und andere damit schädigt, unterschätzt sich der „normale“ Mensch chronisch und schädigt sich selbst damit.

Ich würde sogar so weit gehen, zu sagen: Ohne ein gewisses Maß an Selbstüberschätzung scheitern wir nicht nur an herausragenden Aufgaben. Wir bleiben auch bei Alltagsaufgaben weit hinter unseren Möglichkeiten und Wünschen zurück.

Wir sollten bei jeder Aufgabe die Latte zehn bis 30 Prozent höher legen als wir uns „eigentlich“ zutrauen. Think Big! Der Unterschied zum Größenwahn ist noch weit genug. Vor der Grenzüberschreitung zum galoppierenden Größenwahn schützt uns die Selbstreflexion: Überschätze ich mich noch gesund oder bereits narzisstisch?

Diese Reflexion macht den Unterschied zwischen einem unausstehlichen Projekt-Narzissten und einem erfolgreichen und sympathischen Menschen.

Ich wünsche Ihnen ganz viel von dieser nützlichen Reflexion.

Resistance to change

Mittwoch, 27. April 2016

Heute morgen fiel es mir mal wieder so richtig auf: Meine Freundin P. müsste aufräumen, dringend, sonst droht ihr der Messie-Verdacht.

J. und R. müssten dringend die Klärung ihres schon lange bestehenden Konflikts – werden Sie jetzt Ihr Startup als gleichberechtigte Partner gründen oder doch einer von beiden alleine? – in Angriff nehmen. Wir müssen abnehmen. Unbedingt. Mindestens drei Kilo. Wir wollen mehr Sport treiben. Die Steuererklärung machen. Unbedingt. Das ist nützlich und nötig und das sehen wir auch ein, aber: „Ich möchte nicht nach Diät-Kochbuch kochen, das schränkt mich zu sehr ein!“ Oder: „Ich jogge doch so ungern.“ „Grad gar keine Zeit“. Und das Spiel nimmt seinen Lauf. Das Spiel „Ich würde/müsste ja schon gerne mal, aber …“ Und dann kommen diese eingebildeten Hindernisse, zu Elefanten aufgeblähten Bagatellen, objektive Trivialitäten.

Das Ja-Aber-Spiel, sagen die Transaktionisten dazu.
Schlimm, wenn man es solo spielt. Schlimmer im Doppel. Wenn man ein Kind, einen Partner, einen Chef, Kunden, Mitarbeiter von etwas absolut Selbstverständlichem, Nötigem und Nützlichem überzeugen möchte/muss und sich echt Mühe damit gibt und ihm/ihr alles haarklein erklärt, mundgerecht auf dem Silbertablett vorlegt und dann sagt der/die: „Ja, schon, aber …“ Das treibt jede(n) in den Wahnsinn. Das ist Resistance to Change, Widerstandsverhalten, Blockade, Reaktanz. Der Sozialpsychologe sagt: „Auch Widerstände sind Energie!“ Was hier nicht wirklich weiterhilft. Ernsthaft: Was hilft weiter? Es gibt nichts, was jedem hilft – aber vieles, was allen hilft. Hier eine kleine Auswahl:
Katastrophisierung: „Wenn du so weiterfrisst, wiegst du demnächst 130 Kilo und deine Karriere ist futsch.“ Wirkungsprinzip: Schock-Therapie. Ist der Schock nur groß genug, werden einige dann doch veränderungswillig. Einige, nicht alle. Daher: Ausprobieren! Schlägt nicht an? Dosis steigern oder: Nächste Technik, zum Beispiel die
Null-Hypothese: „Dann lass es halt!“ Entlastet vor allem den Helfer von Helfer-Syndrom und Ko-Abhängigkeit und gibt dem Geholfenen die Chance, sich ohne Gesichtsverlust von unrealistischen Wünschen zu verabschieden. Professionelle Therapeuten und Coaches formulieren gerne: „Vielleicht ist die Zeit einfach noch nicht reif dafür?“ Widerspruch willkommen.
Coaching-Ansatz: Leg den Kern des Widerstands frei: „Wovor hast du Angst? Was könnte schlimmstenfalls passieren? Was darf auf keinen Fall passieren? Unter welchen Umständen wärst du zur Veränderung bereit?“
Lösung auf Probe: „Lass uns das mal ausprobieren. Wenn das nicht klappt, machen wir es rückgängig.“ Logisch: Ist rein von den objektiven Gegebenheiten her nicht immer möglich. Aber wird viel zu selten genutzt, wenn es möglich ist: „Lass uns statt Joggen Schwimmen probieren. Zwei, drei Mal. Wenn es keinen Spaß macht, suchen wir was anderes.“
Baby-Steps: Sukzessive Approximation in kleinen bis kleinsten Schritten, Atomisierung des Wandels, Strategie der kleinen Lösungen, Salami-Taktik. Alles Synonyme für: Ein Wandel von tausend Schritten überfordert oft so sehr, dass man meist nicht mal den ersten wagt. Also schau’n wir nur auf den ersten! Und dann auf den nächsten …
Nur fünf von vielen möglichen Lösungsansätzen, Change-Turbos, Veränderungshebeln. Es gibt mehr (Ihre freundliche Coachin kennt sie). Dahinter steckt das Prinzip: Je besser gefüllt Ihre Toolbox ist, desto eher finden Sie das auf Person und Situation passende Instrument und desto schneller und einfacher überwinden Sie Verände-rungsblockaden. Nicht die Technik, sondern die Passung macht’s. Es gibt keine Probleme, nur eine Frage: Wie geht es für mich in dieser Situation leichter? Wer eine Antwort darauf findet, irgendeine Antwort, meistert den Wandel. Jeden Wandel.

Lass mich bloß in Ruhe!

Mittwoch, 13. April 2016

Ein Tabuthema: Übergriffige KollegInnen.
Danielle hat drei davon. Jede Stunde einmal kommt einer von ihnen in ihr Büro und sagt Sachen wie: „Da hast du schon wieder einen Fehler gemacht!“, „Du setzt die falschen Prioritäten.“, „So kannst du das unmöglich machen!“ Was bilden die sich ein? Danielle ist empört. Und total gestresst, weil das seit Monaten so geht. Dabei ist sie High Potential.
Der Chef fördert sie aktiv und hat ihr eine Führungsposition in Aussicht gestellt. Fachlich ist sie erste Sahne. Kann sich artikulieren, hat hohe Sozialkompetenz, ist bei allen beliebt – mit Ausnahme der drei Übergriffigen. Die haben es auf sie abgesehen. Eine(r) schießt immer quer? Das gehört zum Job? Das ist schlicht der Wahnsinn der Normalität? Das mag man so sehen. Ich halte diese Sichtweise für unmenschlich, effizienzvernichtend und firmenschädigend. Denn Danielle will das Unternehmen verlassen. Deshalb kommt sie ins Coaching.
Danielle hat erkannt „Wenn ich wechsle, nehme ich das Problem vielleicht mit. Ich kann mit übergriffigem Verhalten einfach nicht umgehen. Das möchte ich ändern. Wie mache ich das?“ Mit Abgrenzungsfähigkeit, im Amerikanischen bekannt als Assertiveness.
Danielle hat schon richtig vermutet: Sie hat auch einen Problemanteil. Zum Beispiel ihre Haltung. Bei jedem Übergriff nimmt sie eine (untergeordnete) Fragehaltung an, zum Beispiel:
„Da hast du ja mal wieder schönen Mist gebaut!“
„Wieso? Was stimmt nicht?“
Und schon doziert der Kollege zehn Minuten über Dinge, die Danielle längst klar sind. Aber Danielle fällt immer wieder darauf herein – eben weil sie nicht klarmachen kann, dass ihr das alles längst klar ist. Es dauert eine ganze Sitzung, ihr Dialogverhalten diesbezüglich umzustellen. Am Ende der Stunde – ich übernehme die Rolle des Übergriffigen – hat sie das drauf:
„Das ist ja wieder grottenfalsch!“
Danke für den Hinweis. Ich kümmere mich darum.“
„Aber du weißt doch gar nicht, was ich meine.“
„Doch, weiß ich. Wird erledigt.“
„Aber du hast noch gar nicht die Konsequenzen begriffen!“
Habe ich. Danke für den Hinweis. Außerdem: Jetzt nicht, es ist gerade ungeschickt. Wenn ich noch was brauche, komme ich heute Nachmittag auf dich zu.

 

Ende der Diskussion, Blick wieder zum Bildschirm, Schweigen. Danielle schreibt im Coaching eine Menge Mustersätze mit, mit denen sie ihr Schweigen einleiten kann, Führung im Gespräch übernehmen möchte. Begeistert ist sie davon nicht. Richtiger: Es fühlt sich für sie ungewohnt an.

Deshalb lautet Danielles „Hausaufgabe“ auch: Üben. Bis aus den ungewohnten Sätzen gewohnte Verhaltensmuster werden. Und zwar Üben in blamagefreien Kontexten: in der Familie, unter Freunden, in der Beziehung, im Verein. Einfach mal Nein sagen bei etwas, zu dem man auch gut und gerne Ja sagen könnte. Einfach mal ausprobieren. Immer mal wieder. Bis es vertraut wird. Und dabei beobachten.
Nach innen beobachten: Was kommt dabei hoch, wenn ich mich abgrenze, wenn ich mich selbstbestimmt artikuliere, wenn ich das sage, was mir gut tut? Meist sind es Gedanken und Gefühle wie: Das darfst du nicht! Das gehört sich nicht! Die sind viel schlauer als du! Der ist jetzt bestimmt sauer auf dich!
Diese Gedanken und Gefühle bitte ernst nehmen! Das heißt: Sich mit ihnen unterhalten. Zum Beispiel: „Okay, vielleicht ist er nach meinem Nein ein bisschen sauer auf mich. Halte ich das bisschen aus?“ Hilfreich ist auch die Erkenntnis, dass sich hinter jeder Abgrenzungsschwäche die Angst vor dem Verlust sozialer Anerkennung versteckt: „Wenn ich Nein sage, hat er/sie mich nicht mehr lieb!“ Dann kann man sich fragen: Muss ich Anerkennung unbedingt von diesem Menschen bekommen? Kann ich sie mir nicht woanders suchen? Im Detail hilft auch Achtsamkeit, Mindfulness.
Denn viele halten selbst die kleinste soziale Ablehnung geradezu körperlich nicht aus. Es tut einfach zu weh. Das ist nicht logisch, aber psychologisch. Manche Menschen spüren seelischen Schmerz einfach heftiger als andere. Deshalb sagen sie Ja, wo sie Nein sagen sollten. Weil der Schmerz eines Neins zu heftig wäre – für sie. Genau hier hilft Achtsamkeit; die Amerikaner sagen dazu: How to sit with painful emotions. Wie man schmerzhafte Gefühle aushält. Wie?
Indem man sie so detailliert und körperzentriert wie nur möglich „benamst“, zum Beispiel: „Aha, so fühlt es sich also an, wenn ich Nein sage und vermute, dass der andere sauer ist. Interessantes Gefühl. Drückt auf den Magen. Und etwas schwummerig im Kopf ist mir auch dabei.“ Das ist Achtsamkeit. Der Clou: Sie reduziert die emotionale Belastung umso drastischer, je öfter Sie das üben. Das kann man übrigens immer. Zum Beispiel jetzt. Was fühlen Sie? Wo? Wie? Wie heißt das? Passt der Name?
Abgrenzung ist nicht nur Danielles Problem. Es ist das Problem unserer Zeit. Arbeitsüberlastung, Stress, Unzufriedenheit, Rastlosigkeit, mangelnde Anerkennung und Burnout sind in letzter Konsequenz auch „nur“ versäumte Abgrenzungsaufgaben. Wir tun, was sich gut anfühlt, anstatt dessen, was gut für uns ist.
Natürlich sollte man nun nicht ins andere Extrem verrutschen und sich mit aller Macht abgrenzen: „Ach geh doch hin wo der Pfeffer wächst und lass mir meine Ruhe!“ (Es sei denn, man möchte wirklich mal mit der Faust auf den Tisch hauen.) Doch auch das ist reine Übungssache: Hart in der Sache, freundlich zur Person.
An den Arbeitsplätzen der Menschen führe ich oft gedanklich Strichliste. Und in einer ruhigen Minute frage ich dann: „Ich habe in den letzten zehn Minuten fünf Gelegenheiten zur Abgrenzung bemerkt, die Sie nicht wahrgenommen haben. Sie beklagen sich über Stress, mangelnde Anerkennung und Erfolgsdruck. Sie sagen, Sie können sich ganz gut durchsetzen. Aber Sie tun es nicht.“
Könnte es sein, dass Ihnen das nötige Training fehlt?

Buchtipps:

Einfach mal die Klappe halten – warum Schweigen besser ist als Reden http://bit.ly/1CeDqEA

Souverän! Wie Sie stark auftreten, auch wenn Sie sich nicht so fühlen http://bit.ly/1V1NPks

 

Wie wir unseren eigenen Erfolg leben

Mittwoch, 30. März 2016

Paul ist Ingenieur und jettet um die Welt. In vielen Ländern berät er Unternehmen zum Einsatz von komplexen Anlagen. Aber seit einem Jahr ist ihm der Job etwas verleidet, seit sein Chef zu ihm gesagt hat: „Ab sofort pushen Sie unser Aggregat XC45 was das Zeug hält!“ Leider passt das Aggregat zum Teil nur bedingt. Trotzdem muss Paul den Verkauf forcieren. Er macht das auch, kann sich aber selber dafür nicht leiden. Doch was soll er tun?
Solange er es tut, fliegt er weiter um die Welt, was er liebt, bekommt weiter Anerkennung vom Chef, verdient seinen Jahresbonus und sichert sich damit auch die Anerkennung seiner Familie. Typisches Dilemma?
Ja, wir leben alle mit solchen Dilemmata. Viele nehmen sie mit ins Grab, weil: „So ist der Job halt. Man kann nicht alles haben. Das gehört einfach dazu.“ Paul ist anderer Meinung. Er kommt ins Coaching. Ich frage ihn: „Warum sagen Sie dem Chef nicht mal die Meinung?“ Wie aus der Pistole geschossen antwortet er: „Sind Sie verrückt? Der macht mich rund!“  Ich frage ihn: „Wäre das für einen erwachsenen Mann so schlimm?“
Ja. Wie schon Kierkegaard sagte: „Der Mensch fürchtet am meisten, mit seiner Meinung allein zu sein.“ Die Furcht vor dem Verlust sozialer Anerkennung ist uns tief eingebrannt, hardwired, sagen die Neurobiologen. Denn im Neandertal bedeutete der Verlust des Wohlwollens der Sippe den sicheren Tod. Wer aus der Höhle verstoßen wurde, den fraß der Tiger draußen. Diese Furcht steckt uns immer noch in den Knochen, richtiger: In den Genen. Sie ist vererbt und wirkt daher völlig unbewusst. Was also tun?
Man macht sie sich bewusst. Damit verliert sie ihre Macht. Ich frage Paul „Für die Anerkennung von Chef, Partnerin und Kindern verraten Sie also Ihre Ideale?“ Paul schluckt schwer, weil er zum ersten Mal erkennt: Die Wahl zwischen Statuserfolg und persönlichem Erfolg ist kein Entweder-Oder („Ich schmeiß den Job hin!“ vs. „Ich buckle weiter bis ich tot umfalle.“). Sie ist ein sowohl als auch.
Nach zwei weiteren Sitzungen hat der junge Ingenieur diese Güterabwägung ganz gut drauf. Einem Kunden, zu dessen Anwendung das XC45 nicht wirklich passt, rät er zum XC20. Überraschung: Der Chef merkt das gar nicht! Ergo: kein Verlust sozialer Anerkennung! Die Umsatzeinbuße kann er durch den Abschluss eines Servicevertrages kompensieren.
Als er bei einem andere Kunden wieder in das gleiche Dilemma gerät, hilft ihm das Pain-Gain-Kalkül: „Was sehr belastet mich in diesem konkreten Fall ein Anraunzer vom Chef? Und wie sehr schmälert diese Belastung meine Zufriedenheit, die ich empfinde, wenn ich ehrlich berate?“ Paul sagt: „Solange der Zufriedenheitsgewinn größer ist als die Belastung durch den Anraunzer – solange bleibe ich mir selber treu!“ Klingt komplex?
Nein. Paul hatte dieses Kalkül nach insgesamt drei Sitzungen drauf. Es darf kein Reflex sein (Anpassung oder Trotz). Es sollte eine bewusste Wahlentscheidung sein. Es dauert eine Weile, bis wir diese Entscheidung auf wirklich jede der vielen Dutzend Situationen anwenden, in denen wir täglich versucht sind, unsere Ideale zu verraten. Aber diese Weile lohnt sich. Aus einem einfachen Grund. „Das höchste Glück ist die Persönlichkeit. Mit sich selbst eins zu sein“, so beschrieb das schon Goethe.
Übrigens: Pauls Chef kritisiert immer seltener. Er sagt: „Wie Sie mir manchmal die Stirn bieten – das passt mir nicht. Aber, Respekt, Sie haben Rückgrat. Und Sie bringen Ihre Zahlen.“
Das ist eine schöne Paradoxie: Wer freundlich, höflich und gut begründet seine Echtheit wahrt, verliert die soziale Anerkennung höchstens kurzfristig. Langfristig werden wir jedoch als aufrecht, authentisch, stark, „mit Rückgrat“ empfunden, respektiert und anerkannt.
Das wünsche ich Ihnen auch.

Was kommt eigentlich nach dem Erfolg?

Freitag, 18. März 2016

Sie haben Erfolg. Sie haben eigentlich alles, was man sich wünschen kann.Einen gut bezahlten Beruf, nette Freunde/Familie, Auto, Haus/Wohnung. Aber zufrieden? Glücklich, erfüllt?

Erstaunlicherweise sind das nur die wenigsten erfolgreichen und gut versorgten Zeitgenossen (wenn sie ehrlich sind). Man/frau  fühlt sich immer etwas unzufrieden. Deshalb leisten wir uns sich das größere Haus, den größeren Wagen, den zweiten Pool, die dritte Sauna. Leider hilft das Mehr nur kurzfristig. Selbst der 600-PS-Lamborghini verliert nach wenigen Wochen seinen Reiz. Gewiss: Als Statusobjekt „funktioniert“ er noch (der Nachbar bringt anhaltend grün vor Neid den Müll raus). Doch der Wagenhalter selber verspürt schon lange nicht mehr das Glück der ersten Tage (Parallelen zu Beziehungen, Umzügen, Gehaltserhöhungen und Beförderungen sind augenfällig). Was passiert hier?
Die große Desillusionierung: „Klassischer“ Erfolg macht nicht glücklich. Kurzfristig schon. Nachhaltig eher nicht. Als Lebensglück kann man das keinesfalls bezeichnen. Das ist erst mal hart. Diese Einsicht. Viele vermeiden sie mit großem Aufwand (besser mit der Lüge des Mehr, Mehr, Mehr zu leben – verursacht weniger kognitive Dissonanz). Sie wollen die bittere Erkenntnis vermeiden. Dabei ist diese nicht bitter, sondern befreiend: Wenn es dieser Erfolg nicht ist, welcher ist es dann?
In zwei Worten: Ihr eigener.
Viele von uns merken immer deutlicher: Ich habe Erfolg. Aber Lebensglück und Erfüllung ist das nicht. Weil? Weil es nicht Ihr Erfolg ist. Wir alle wissen, was die Gesellschaft und der Freundeskreis von uns erwarten. Aber was erwarten Sie vom Leben, vom Glück? Das sagen uns weder Familie noch Boss, Internet, Medien oder Gesellschaft. Erfolg macht glücklich – aber nur, wenn es Ihr eigener ist. Was ist Ihrer? Sagen Sie es laut! Schreiben Sie es auf! Es kommt nichts?
Bei den wenigsten kommt was. Eben weil man unter Statusdruck und Konsumzwang selten darüber nachdenkt, was einen wirklich glücklich macht. Leider führt kein Weg drum herum: Wer dauerhaft glücklich mit sich und dem Leben sein möchte, darf nicht (nur) dem gesellschaftlich sanktionierten Erfolg, sondern sollte (auch) seinem eigenen Erfolgsverständnis folgen. Es ist erfreulich, dass gerade in diesen Tagen immer mehr Menschen in meiner Coaching-Praxis ankommen, die genau dieses Verständnis gewinnen wollen: Was ist mein Erfolg?
Mir fällt der Vertriebsleiter ein, super erfolgreich, jedes Jahr seine Ziele übertroffen, aber: „Das ist schön, aber das gibt mir nicht mehr das wie früher. Ich bin keine 25 mehr. Was bringt es mir, die meisten Umsatzmillionäre in meinem Verkaufsgebiet zu haben? Ich würde am liebsten den ganzen Tag Großkunden helfen, innovative Lösungen für ihre Fertigungsherausforderungen zu finden. Aber mein Vorstand seiht das ganz anders.“ Dann ist die Sache klar: Pfeif auf den Vorstand! Kündige den Job! Ja?
Nein. Nicht bevor man die Freiheitsgrade ausnutzt, die sich nach der Erkenntnis der eigenen Erfolgsdefinition fast automatisch ergeben. Der Vertriebsleiter erfüllt weiterhin seine Ziele und macht seinen Vorstand glücklich. Aber er hat inzwischen viele seiner Aufgaben so repriorisiert und neu verteilt, dass er jetzt mehr Zeit für „seine“ Großkunden, seine Erfolgsdefinition hat. Er ist jetzt glücklich. Ohne Beförderung und ohne 600-PS-Lamborghini.
Echter Erfolg kommt nicht von außen, sondern von innen. Wenn man weiß, was einen wirklich glücklich macht.
Das ahnen die meisten von uns. Trotzdem schaffen Sie es nicht, Ihrer eigenen Erfolgsdefinition gerecht zu werden?
Lesen Sie die nächste Ausgabe.
Oder steigen Sie tiefer in die Materie ein http://www.business-netz.com/Mitarbeiterfuehrung/Gesundes-Fuehren-Echter-Erfolg

Legen Sie Ihre Sauerstoffmaske an!

Mittwoch, 26. September 2012

Rasanter Anstieg von Fehlzeiten, Zunahme von Burn-out und Depression, boomende Veranstaltungen zu „Work-Life-Balance“, immer mehr Menschen, die denken (und sagen): „Diesen Stress tu ich mir nicht mehr an …“

„Mir geht es gut, alles in Balance“, erzählt mir eine Seminarteilnehmerin, um dann über sich selbst zu schmunzeln: “ Nur dass ich in diesem Jahr keinen Urlaub gehabt habe, das war ziemlich blöd und der fehlt mir jetzt natürlich auch. Ich habe 4 Mitarbeiterinnen und wir haben in diesem Jahr eine wunderbare Urlaubsplanung hinbekommen, alle waren ausnahmsweise mal  zufrieden. Nur an meinen eigenen Urlaub habe ich nicht gedacht, der kam in der Planung einfach nicht vor. Das passiert mir nicht noch einmal.“ Lesson learned.

Viele von uns sind von Beruf Kümmerer, Trouble-Shooter, Helfer, Retter, immer für andere da. Immer stark sein, nie Schwäche zeigen, kein Weichei sein. Und dann sind doch eines Tages die Akkus tief entleert und lassen sich mit den üblichen Mittel nicht mal schnell wieder aufladen.

Wie auch immer Sie Ihre Balance dauerhaft bewahren, eines hilft bei der Prävention des Total-Break-Downs: Denken Sie an die Erklärung der Sicherheitsvorschriften im Flugzeug . „Im Falle eines Druckverlustes fallen aus der Kabinendecke über Ihnen Sauerstoffmasken heraus. Ziehen Sie eine davon über Mund und Nase und befestigen Sie sie. Helfen Sie dann Mitreisenden.“

Wenn wir selber das Bewußtsein verlieren, könne wir nicht mehr für andere da sein.

Be selfish in order to be selfless“  bringt es wunderbar auf den Punkt.

Die entscheidenden Spiele…

Sonntag, 17. Juni 2012

sind nicht unbedingt immer die ganz „großen Spiele“. Der Überraschungserfolg der dänischen Nationalmannschaft gegen die Niederlande bei der Fußball-Europameisterschaft in Polen und der Ukraine hat dies mal wieder deutlich gemacht. Auch die deutsche Nationalmannschaft kann davon ein Lied singen. So schied sie doch bei der EM in Portugal 2004 nicht durch die Niederlage gegen Tschechien oder wegen des Unentschiedens gegen die Niederlande aus. Sondern wegen des 0:0 gegen den krassen Außenseiter Lettland  – den wohl „größten EM-Außenseiter aller Zeiten“, wie Jannis Brühl in der Online-Ausgabe der SZ schreibt.

Wir träumen alle vom großen Wurf, von unserem ganz persönlichen „EM-Titel“. Wir malen uns aus, wie wir das „Endspiel“ bestreiten werden, konzentrieren uns auf die erwarteten Hindernisse und Gegner, bereiten uns auf Eventualitäten vor; haben im Idealfall einen Plan B. Vorbereitung ist extrem wichtig für den späteren Erfolg. Dabei übersehen wir aber schnell den eigentlichen Weg, der Schritt für Schritt zu gehen ist. Wer sich ständig im Geiste voraus ist, der ist eben nicht ganz bei sich.

Eine der wichtigsten Aufgaben eines Trainers bei einem großen Turnier ist es, den Einzelnen (und das Team als Ganzes) auf jeden einzelnen Schritt zum großen Ziel vorzubereiten und einzustellen. Denn es geht nicht nur darum, das Ziel im Auge zu behalten, sondern das Erreichen des Ziels nicht aus den Augen zu verlieren. Ein guter Coach  unterstützt bei allem: Auf dem Weg bleiben, den Weg tatsächlich gehen und  Ziel erreichen.

Anstrengend….

Montag, 11. Juni 2012

…empfand der Coaching-Klient heute die mehrstündige Sitzung. Das konnte ich gut verstehen, hatte er doch nahezu unaufhörlich geredet und dabei auch noch – entgegen einem weit verbreiteten Vorurteil sehr multitaskingfähig – analysiert und komplexe Gedanken entwickelt. „Mein Team sträubt sich häufig gegen Veränderungen, will nicht aus der Komfortzone raus und möchte am liebsten, dass alles so bleibt, wie es ist. Natürlich gibt das immer mal wieder Konflikte. Mit diesen Konflikten kommen meine Mitarbeiter dann aber nicht zu mir – und da bin ich ganz froh drum –  weil sie nämlich ihre Konflikte alleine lösen wollen“. Nachfrage: „Was macht Sie so sicher, dass das der Grund ist?“  Von da an lief es fast von ganz alleine auf die zentrale Erkenntnis zu, dass sich Verhaltensmuster ganz häufig wechselseitig spiegeln – wie die einen so die anderen und umgekehrt.

„Ja, also ich kann dieses Gejammer nicht haben und will es auch gar nicht hören. Schließlich geht es doch um Lösungen.“ „Und wie sieht es mit Ihrer persönlichen Konfliktlösungsfähigkeit aus?“ „Ach schlecht, da will ich gar nichts mit zu tun …“ Der Satz blieb ihm im Halse stecken. „Ich hab´s. Genau deshalb werde ich jetzt daran arbeiten.“ Sprach´s und nahm sich vor,  mit gutem Beispiel voran zu gehen.