Homepage Metatalk

Archiv für die Kategorie 'Führung'

Anstrengend….

Montag, 11. Juni 2012

…empfand der Coaching-Klient heute die mehrstündige Sitzung. Das konnte ich gut verstehen, hatte er doch nahezu unaufhörlich geredet und dabei auch noch – entgegen einem weit verbreiteten Vorurteil sehr multitaskingfähig – analysiert und komplexe Gedanken entwickelt. “Mein Team sträubt sich häufig gegen Veränderungen, will nicht aus der Komfortzone raus und möchte am liebsten, dass alles so bleibt, wie es ist. Natürlich gibt das immer mal wieder Konflikte. Mit diesen Konflikten kommen meine Mitarbeiter dann aber nicht zu mir – und da bin ich ganz froh drum -  weil sie nämlich ihre Konflikte alleine lösen wollen”. Nachfrage: “Was macht Sie so sicher, dass das der Grund ist?”  Von da an lief es fast von ganz alleine auf die zentrale Erkenntnis zu, dass sich Verhaltensmuster ganz häufig wechselseitig spiegeln – wie die einen so die anderen und umgekehrt.

“Ja, also ich kann dieses Gejammer nicht haben und will es auch gar nicht hören. Schließlich geht es doch um Lösungen.” “Und wie sieht es mit Ihrer persönlichen Konfliktlösungsfähigkeit aus?” “Ach schlecht, da will ich gar nichts mit zu tun …” Der Satz blieb ihm im Halse stecken. “Ich hab´s. Genau deshalb werde ich jetzt daran arbeiten.” Sprach´s und nahm sich vor,  mit gutem Beispiel voran zu gehen.

Flintenweiber, frigide Fregatten oder einfach nur “freche Frauen”?

Dienstag, 13. März 2012

Ja, da ist er nun wieder vorbei, der internationale Tag des Kompliments. Gehen Männer anders mit Komplimenten um als Frauen und wenn ja, wie? Das war eine der Fragen, die mir Susanne Roher auf Bayern 3  gestellt hat. Bleibt die Frage, wer denn diesen Tag überhaupt braucht.

Kurz danach der internationale Frauentag. Dazu kann man die gleiche Frage stellen.

Und dann der DJV-Journalistinnenkongress in Köln, wo nicht nur EU-Kommissarin Viviane Reding vehement die Quote forderte.  ”Die Hälfte des Himmels, die Hälfte der Erde, die Hälfte der Macht – das alles reicht für eine Quote.”

Für mich als Kommunikationsexpertin ist  der Ton, in dem die Debatte geführt wird, beinahe noch interessanter als ihr Inhalt.  ”Flintenweiber” und  ”frigide Fregatten” – der Vergleich mit Rotarmistinnen und Kriegsschiffen zeigt einerseits, wie heftig Pfründe verteidigt werden und wie oft sachliche Argumente zu fehlen scheinen.  Und andererseits zeigen Gespräche mit Frauen, dass sich zwar immer noch viele  davor fürchten, “Emanze” oder “Zicke” genannt zu werden, aber die Zahl derer wächst, die fröhlich sagen: “Der oberste Ansprechpartner für meine eigene Wertschätzung bin ich selbst.”

Empathie in der Führung

Sonntag, 06. November 2011

Heute telefonierte ich mit einer guten Freundin, Feinwerktechnikerin.

Sie führt 70 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen. Sie hat eine geniale Mischung aus Direktheit und dem, was sie „mütterlichen“ Führungsstil nennt. Sie ist kompetent und beliebt bei ihren Mitarbeitern.

Wie jede gute Führungskraft macht sie sich Gedanken über ihre Stärken und Schwächen. Und manches Mal, so meint sie, müsse sie in Zukunft  weniger Rücksicht auf die persönlichen Belange ihrer Mitarbeiter nehmen. Es sei  schon vorgekommen, dass Mitarbeiter mit Hinweis auf ihre persönliche familiäre oder psychische Situation über lange Zeiträume nur sehr eingeschränkte Leistung erbracht hätten, ohne dass im Mindesten die Bereitschaft erkennbar gewesen sei, etwas daran zu verbessern.

Zuviel weibliche Empathie? Zu große Betroffenheit durch Mitarbeiterbelange bei manchen Frauen, zu wenig bei einigen  Männern, frei nach dem Motto: „Die Leute sollen ihre privaten Probleme auf dem Parkplatz abgeben?

Wünschen auch Sie sich taffere Chefinnen und  empathischere Chefs?

Oder geht die Entwicklung sowieso schon dahin und ist das gut so?