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Archiv für die Kategorie 'Humor'

Diese Wichtigtuer!

Donnerstag, 09. Juni 2016

Karl, unser Facility Manager, erzählt: „Wir haben einen Segellehrer im Yachtclub, der war früher Kapitän von einem Kreuzfahrtdampfer. Riesenpott. Uniform mit goldblitzenden Knöpfen. Total wichtiger Mann. Seit er pensioniert ist, sucht er die Wichtigkeit bei uns. Als Segellehrer.“ Da liegt das Problem.

Karl weiter: „Er kennt einen Kreuzfahrtpott in- und auswendig. Aber von der Technik beim Segeln hat er nicht so viel Ahnung.“ Doch er führt das große Wort. Neulich hat er einen Segelschüler nach einem fast missglückten Anlegemanöver scharf zurechtgewiesen. „Anstatt ihn vor Beginn der Stunde auf die Tücken dieses besonderen Bootes hinzuweisen“, meint Karl. „Ein guter Lehrer hätte das getan.“ Doch dieser Lehrer ist nicht gut, er ist wichtig. Wer Schüler anbrüllt, ist wichtig. Denkt er. Der Schüler dachte, „Was für ein …“ und hat den Lehrer gewechselt. Der Wichtigtuer registriert das nicht (weil es nicht wichtig macht). Prompt tritt er ins nächste Fettnäpfen.

Als der Club die Bewerbung einer neuen Segellehrerin in der Vollversammlung diskutiert, sprechen sich alle für die Lehrerin aus. Er ist als einziger dagegen, weshalb er in coram publico ein pauschales Vorurteil über Frauen am Bootsruder vom Stapel lässt, um die Aufnahme zu verhindern. Er allein gegen alle – das macht ihn wichtig. Denkt er. Die Versammlung denkt das nicht. Sie lacht ihn wegen seines Uralt-Vorurteils aus. Er lernt nichts draus. Er macht sich weiter wichtig. Warum?

Weil Wichtigtun eine Sucht ist-  und Sucht  macht blind.

Wie wehren Sie sich gegen Wichtigtuer, Reichsbedenkenträger, Bremser, Verhinderer, Blockierer, Nervtöter, Meckerer, Oberlehrer, Haarspalter, Kribbelschisser und Korinthenkacker? Wie kriegen Sie solche Leute dazu, endlich damit aufzuhören?

  1. Die Overload-Taktik. Der Wichtigtuer will was. Nämlich wichtig sein. Sobald er das kriegt, gibt er Ruhe – falls Sie korrekt dosieren. Meist ist die richtige Dosis die doppelte Dosis. Also nicht: „Danke für den Hinweis!“ Sondern: „Da machen Sie uns auf einen eminent wichtigen Punkt aufmerksam! Danke für diesen überaus wertvollen Hinweis!“ Das funktioniert. Vorausgesetzt, Sie sprechen die Überdosis ironiefrei aus. Das gelingt nicht auf Anhieb, weil es mit unserem eigenen Wichtigseinwollen konkurriert. Deshalb trainieren wir Musterformulierungen in Coaching und Training. Mit etwas Übung klappt das.
  2. Die Ablenkung.Diese rhetorische Standardintervention funktioniert in allen Kontexten. Voraussetzung: Beim neuen Thema kann sich der Wichtigtuer so wichtig machen wie beim alten. Also zum Beispiel: „Ja, das Anlegemanöver ging etwas daneben. Aber mir ist vorhin schon aufgefallen, dass Sie eine ziemlich teure neue Segeljacke tragen …“ Durchsichtig? Nicht aus Sicht des Wichtigtuers. Er (und sie) nimmt jede Gelegenheit gerne an, sich zu profilieren.
  3. Der Yachtclub hat’s vorgemacht und laut gelacht, als der Wichtigtuer die Segellehrerin wegbeißen wollte. Das funktioniert auch, wenn nur eine(r) lacht. Viele sagen: „Das ist mir nicht in die Wiege gelegt!“ Das ist es keinem/r! Therapeutisches Lachen ist reine Trainingssache.
  4. Verständnis. Als der unbelehrbare Wichtigtuer bei der nächsten Versammlung erneut einen vielversprechenden Kandidaten abschießen will, sagt der Clubvorsitzende: „Geschätzter Kollege, ich verstehe sehr gut, dass Sie den Club vor Überfremdung schützen möchten. Es imponiert mir, dass Sie dieses Ziel mit aller Vehemenz verfolgen. In diesem Fall jedoch …“ Das hört der Wichtigtuer nicht mehr. Weil ihm das ausgedrückte Verständnis schon reicht.

Vier Rezepte, die sich in der Praxis bewährt haben – wenn man sie vorher ein wenig übt. Also: Nicht klagen! Üben! Wollen wir?  

Sie müssen nicht alles glauben…

Sonntag, 12. Mai 2013

Durchdringender Geruch im Zimmer eines Fachwerkhauses.

Was kann das sein? Schnell gab es eine Erklärung: „Vermutlich eine tote Maus, die zwischen den Lehmböden liegt und vergammelt…“ So wahrscheinlich oder unwahrscheinlich wie beliebig viele andere Erklärungen auch. Möglicherweise hat der liebestolle Kater an den Bettpfosten gepinkelt, jemand hat beim Essen im Bett etwas in die hinterste dunkle Ecke fallen lassen, die Kanalisation ist defekt und entlüftet jetzt hier, im Sofapolster nistet ein Stinktier….

War die Maus erst mal gekreißt, ließ sie sich kaum noch einfangen. Alle sprangen auf diese Hypothese an. Sie wurde nicht mehr in Zweifel gezogen. „Wann wird endlich der Boden geöffnet und die Maus weggemacht?“ (Wieso Boden und nicht Wand?)  „Wenn die da so weiter gammelt, kommt doch Ungeziefer….“. „Da sollen wir dann gleich eine Dämmung vorsehen, dass sowas nicht wieder vorkommt…“

Nur mit Mühe ließ sich die aufwändige und kostspielige Entfernung der Holzdielen verhindern. Ein handelsübliches Raumspray erledigte den üblen Geruch in wenigen Sekunden.

 

 

Sofa oder Klo, Buch wo?

Dienstag, 23. April 2013

„Frauen lesen gern beim Friseur, Männer lieber auf der Toilette – zum „Welttag des Buches“ am Dienstag, 23. April, fragte der Börsenverein des Deutschen Buchhandles  bundesweit 5000 Menschen über 14 Jahre nach ihrem bevorzugten Leseort. Durchgeführt wurde die Online-Umfrage im März 2013 von Research Now im Auftrag der Kampagne „Vorsicht Buch!“   schreibt der Stern. Und weiter:

„Liebster Schmökerort ist das Sofa beziehungsweise der Sessel: 71,1 Prozent lesen dort oft oder sehr oft. Auf Platz zwei landete das Bett mit 57,8 Prozent. Der drittliebste Leseort liegt an der frischen Luft: 52,6 Prozent der Befragten nannten Garten, Balkon oder Park. Auf den weiteren Plätzen folgen: öffentliche Verkehrsmittel, Schwimmbad oder Strand, das Wartezimmer beim Arzt, Badewanne, Toilette, Friseur oder Café/Restaurant.“

Nun werfen diese interessanten Erkenntnisse ja mehr Fragen auf als sie beantworten.

Lässt sich auss den unterschiedlichen Vorlieben für die Lese-Örtlichkeiten von Männern und Frauen eigentlich schließen, dass Männer mehr lesen als Frauen? Schließlich wird ja die Toilette öfter besucht als der Friseur, möchte man meinen. Meine persönliche Erfahrung sagt da etwas anderes: Meine Bücher werden  überwiegend von Frauen gekauft, was wiederum – allerdings sehr hypothetisch –  daran liegen könnte, dass sie sich zum guten Teil explizit an Frauen richten. Das nächste ist übrigens wieder mal „geschlechtsneutral“:  Souverän!  Wie Sie stark auftreten, auch wenn Sie sich nicht wirklich so fühlen.“

Und wird im Sommer mehr gelesen als im Winter? Schließlich ist das Freiluft-Lesen ( Garten, Balkon oder Park) im Winter etwas ungemütlich. Oder ist es gerade umgekehrt? Das Sofa ist ja im Winter möglicherweise deutlich attraktiver als im Sommer.

Und wieso lesen die Bremer (25%) weit über dem Bundesdurchschnitt (13%) häufig  auf der Toilette?  Hat schon mal jemand die Bremer Architektenkammer dazu befragt? Sind die Toiletten dort eher als Wohnklo gestaltet, vielleicht mit Sofa? Oder gibt es dort besonders häufig zukunftsweisende Duscherlebnisse von unten, die den Aufenthalt auf der Toilette besonders angenehm gestalten?

Was sagen eigentlich die Krankenkassen dazu,  dass die Menschen in Sachsen-Anhalt (37%) besonders gern im Wartezimmer ihres Arztes lesen, während das im Bundesdurchschnitt nur 25 % tun? Sind die Menschen in Magdeburg und Halle zu beglückwünschen, wenn sie krank werden, weil sie dann lesen können?  Oder hält möglicherweise das Lesen im Wartezimmer gesund, man ist dort viel weniger krank als anderswo und die Landesärztekammer überlegt bereits vorbeugend  im Interesse der Ärzte ein Leseverbot im Wartezimmer?

Alles harmlos.

Welche Fragen werfen eigentlich der

Nationale-Zieh-Dein-Haustier-An-Tag am 14. Januar (USA)

Weltnichtstag am 16.Januar

internationale Tag der Kissenschlacht am 1. Samstag im April

Weltlachtag am 1.Sonntag im Mai

Weltpurzelbaumtag am 27. Mai

Sprich-wie-ein-Pirat-Tag am 19.September

der 3. Oktober als Tag der Deutschen Einheit

der 30.Oktober als Weltspartag und

der als 7. November als Darmtag auf?

 

Und warum fallen der Tag der Schwertschlucker und der Tag der Tiefkühlkost auf das gleiche Datum (23.Februar)?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Schabernack

Dienstag, 18. September 2012

Fundstück auf Hiddeensee
Fotos: Hanna Topf

Ist das nicht eine schöne Vorstellung?

Zwischen dem Gasthaus zur „Boje“ (wunderbarer Sanddornsekt), der Einkaufsquelle (was ein Name. Hier quillt der Einkauf) und dem Strandgut versteckt sich der Schabernack. Nichts wie hin! Aber nur mit dem Fahrrad oder der Pferdekutsche.