Frau tritt zurück!

Dienstag, 20. Juli 2010 08:26

Käßmann, Jepsen - wir erleben das Jahr der prominenten Frauenrücktritte. Treten Frauen leichter und schneller zurück als Männer?

Ich bewundere, wenn Menschen ihre Verantwortung so ernst nehmen, dass sie auch in buchstäblich letzter Konsequenz ein Vorbild sind für andere Menschen. Wie viel Verantwortungsgefühl, wie viel Integrität und Rückgrat muss jemand haben, um so konsequent zu sein! Wer so viel Verantwortungsbewusstsein hat, zählt zweifellos zur geistig-moralischen Elite des Landes - und ausgerechnet diese Elite tritt dann zurück? Was bleibt dann noch übrig in Amt und leitender Position? Das Peter Principle.

Wer übrig bleibt, ist nicht notwendigerweise besser, ehrlicher, kompetenter oder verantwortungsbewusster, sondern klammert und klebt lediglich besser und wieselt sich eleganter an den Prüfungen auf Rechtschaffenheit und Aufrichtigkeit vorbei. Wir sollten uns ein Beispiel an den Zurückgetretenen nehmen. Nein, nicht um selbst zurück zu treten. Sondern um mit dem Verantwortungsbewusstsein der Zurückgetretenen unseren Aufgaben nachzugehen. Nicht bloß unsere Arbeit zu machen, sondern mit unserem guten Namen dafür einzustehen.

So paradox es klingt: Diese Rücktritte integrer Menschen machen mehr Hoffnung auf das Heranziehen eines verantwortungsvollen Zeitalters als jene unsäglichen Amtsinhaber, die trotz schwerster Verfehlungen weiter auf ihrem Sessel kleben bleiben; würde-, anstands- und verantwortungslos. Die sich damit selbst demontieren und ihrer Sache großen Schaden zufügen.

Alle Welt spricht über die Rücktritte der beiden Frauen. Kaum einer spricht darüber, was das für die Moral an unseren Arbeitsplätzen bedeutet: Leistung ist wichtig. Rendite ist wichtig. Ämter sind wichtig. Wichtiger sind Integrität, Glaubwürdigkeit und Verantwortungsbewusstsein.

Führung mit Stil

Dienstag, 06. Juli 2010 15:34

Liebe Frau Dr. Topf,

ich bekam Ihr “Fuehrungsbuch fuer freche Frauen” von einer Kollegin und Freundin, die Ihren Vortrag besuchte, mit den Worten “…. musst du lesen, sehr hilfreich!”.

Und so war es auch: Es gab mir viele Anregungen, Tips und half mir dabei, meinen eigenen Fuehrungsstil noch weiter zu optimieren. Obwohl mir der meiste Inhalt bereits bekannt war, mit Hilfe von Ihren konkreten und sehr anschaulichen Beispielen, sind mir manche Fuehrungstools noch klarer geworden und daher besser anwendbar.

Ganz besonders schaetze ich den Teil mit den 7 Selbst-Coaching Steps - sehr praktisch! Ich hatte die Gelegenheit sie bereits einige Male auszuprobieren und war jedes Mal sehr erfolgreich damit. Sie sind ein hervorragendes Tool zur Vorbereitung von schwierigen Gespraechen, vor allem, weil man danach genau weiss, was man will und was muss man tun, um es zu erreichen. Daher fasste ich sie stichwortartig zusammen und empfehle sie auch an meine weiblichen Kolleginnen in Not - bisher recht erfolgreich!

Daher - vielen Dank fuer das Buch, vielleicht ergibt sich einmal die Chance, dass wir uns auch persoenlich kennen lernen.

Herzliche Gruesse

Ihre Sonja Mechling

Wir sind Emmely!

Freitag, 25. Juni 2010 20:20

Erinnern Sie sich an die Supermarktkassiererin, der wegen zwei unterschlagener Leergutbons im Wert von 1,30 Euro gekündigt worden war? Jetzt gab ihr das Bundesarbeitsgericht Recht. Ihr Arbeitgeber sagte noch im Gerichtssaal: „Sie wird wieder eingestellt.”

Gewiss, Emmely ist in ihrer persönlichen Erscheinung nicht unbedingt eine Sympathieträgerin. Aber: Sie hat Rückgrat bewiesen. Sie hat mit den Bons zweifellos Mist gebaut. Aber: Sie fühlte sich ungerecht behandelt und ließ das nicht auf sich sitzen. Sie steht für sich ein. Wenn es sein muss, zwei harte Jahre lang. Wer kann dasselbe von sich behaupten?

Was hält uns davon ab, ähnlich beharrlich, ausdauernd, tough, überzeugt, fürsorglich, mutig, zäh und selbstbewusst zu handeln, wenn es um unsere eigenen Belange am Arbeitsplatz (und anderswo) geht?

Jeden Tag erleben wir mindestens ein Dutzend Situationen, in denen wir meist reflexartig zurückstecken, nachgeben, in den sauren Apfel beißen, die Kröte schlucken, den lieben Frieden wahren. Lauter nette Umschreibung für eine fatalen Sachverhalt: Wir verraten unsere eigenen Interessen. Insbesondere Frauen sind sehr beharrlich, wenn sie für andere kämpfen. Für sich selbst zu kämpfen kommt vielen jedoch nicht mal in den Sinn.

Ein Kollege lädt schon wieder die Arbeit bei uns ab, die er nicht erledigen mag? Ach ja, dann machen wir das eben auch noch. Der Chef wirft uns etwas vor, was gar nicht in unseren Verantwortungsbereich fällt? Er kann nichts dafür, er hat einfach nur zu viel Stress. Wir verstehen, verzeihen und schaden uns selbst.

Warum? Weil wir aus der Übung sind. Jede Wette: Emmely ist gut in Übung. Sie lässt auch sonst nicht alles mit sich machen. Das war übrigens, nach einhelliger Meinung von Prozessbeobachtern, der eigentliche Kündigungsgrund: Sie war unbequem. Das heißt ein Mensch, der für sich selbst einzustehen weiß. Wissen Sie’s?

Sie müssen ja nicht gleich vors oberste deutsche Arbeitsgericht ziehen, um für Ihre Belange einzustehen. Sie werden auch heute oder spätestens morgen am Arbeitsplatz wieder zig andere Gelegenheiten dafür bekommen. Sie müssen nicht jede davon nutzen. Und Sie müssen dabei auch nicht hundertprozentig erfolgreich sein. Am Anfang wäre es schon ein Fortschritt, wenn Sie bei jeder dritten Gelegenheit einen ernsthaften Versuch unternehmen würden, Ihre eigenen Belange auch nur ein bisschen besser, nachdrücklicher, beharrlicher, ausdauernder, intensiver und selbstbewusster zu vertreten als sonst üblich. Ohne Rumgezicke. Aber auch ohne Opferhaltung. Stehen Sie für sich ein. Wer sollte es sonst für Sie tun? Stehen Sie für sich ein. Weil Sie es sich wert sind.

Übernimm dich!

Montag, 14. Juni 2010 12:56

Jasmin schreibt mir: „Nach sieben guten Jahren hat mich mein Partner verlassen, seit vier Monaten hat er mich betrogen. Er war für mich der Mann meines Lebens mit all seinen narzisstischen Schwächen, seiner schwierigen Persönlichkeit. Er war für mich die große Liebe. Entsprechen groß sind jetzt mein Schmerz und meine Verunsicherung.”

Kennen wir das nicht alle? Nein, nicht die Trennung von der vermeintlich großen Liebe. Sondern dass wir uns die Falschen aussuchen; nämlich die Schwierigen. Jasmin schreibt es selbst: „narzisstische Schwächen”, „schwierige Persönlichkeit”. Warum suchen wir uns das aus? Möglicherweise immer wieder? Weil wir glauben, dass die guten Seiten die schlechten überwiegen? Weil wir hoffen: „Den krieg ich schon noch hin!”? Das sind verständliche Gedanken - aber vollkommen aussichtslos. Aus hundert Jahren Psychotherapie wissen wir: Es gibt nur eine einzige Möglichkeit, Neurotiker zu ändern. Sie lautet: Wenn sie es selber möchten. Dann ist es noch schwer genug. Aber möglich. Wenn lediglich Sie ihn ändern möchten und es versuchen und sich engagieren und die Hoffnung nicht aufgeben und die gelegentlichen kleinen Fortschritte feiern - dann wird es trotzdem irgendwann vollkommen aussichtslos. Und je länger dieses Irgendwann auf sich warten lässt, desto schlimmer reißt es einem das Herz raus, wenn es passiert. Was tun? Auf Großmutter hören.

„Liebes Kind, mach was du willst. Such dir aus, wonach dein Herz dir steht. Aber lass um Himmels willen die Finger von Narzissten, Workaholics, Alexithymikern (Gefühlsblinden), Quartalscholerikern, Controllfreaks, Machos, …” Natürlich: Gerade weil diese Menschen oft so nüdlich hilflos und zum Ausgleich manchmal super charmant sind, ist die Versuchung sehr, sehr groß. Aber eben genau das: eine Versuchung. Eine erwachsene Frau kann ihr widerstehen. Weil sie weiß, was ihr gut tut. Weil sie Acht gibt auf sich selbst. Weil sie sich gut um sich selbst kümmert. Weil sie kein Helfersyndrom braucht, um ihr Selbstwertgefühl aufzupäppeln.

Was noch übrig bleibt, ist die Frage: Wie erkennen wir Neurotiker? Indem wir auf unseren Bauch hören. Dieser meldet sich meist schon beim ersten Zusammentreffen, wenn er die Signatur-Marotten der schwierigen Typen bemerkt. Dann können wir diesen Anfangsverdacht mit höflichen und gezielten Fragen und verschärfter Beobachtung erhärten - oder verwerfen. Ohne zu denken: „Ach, das ist nicht so schlimm, er hat ja auch gute Seiten.”

Jede Frau hat eine Beziehung verdient, keinen Therapieauftrag. Die einzige Frau, die sich mit einem Neurotiker beschäftigen sollte, ist seine Therapeutin.

Gestern in Würzburg: Expertentag der GSA

Sonntag, 14. März 2010 13:45

Die German Speakers Association, besser bekannt als GSA, rief nach Würzburg und viele kamen: erfahrene, profilierte und bekannte Redner, Trainer, Coaches, Berater, Autoren… und solche, die es noch werden wollen.

Frei nach dem Motto: Wissen teilen. Unter anderem in der Podiumsdiskussion: Ein Buch, ein Buch, ein Königreich für ein Buch -  mit mir als Moderatorin.

Ich diskutierte mit Martin Janik vom Hanser Verlag, Niels Pfläging, Autor des Bestsellers: Beyond Budgeting und Joachim Skambraks (Mr. Elevator Pitch) Tipps und Tricks, Möglichkeiten und Fallstricke, die mit dem Schreiben von Büchern verbunden sind. 

Nach, mit und beim Schreiben von mittlerweile mehr als einem Dutzend Sachbüchern und Ratgebern habe ich super spannende und positive Erfahrungen gemacht und ganz viel übers Büchermachen gelernt - übrigens: im Herbst kommt das nächte - Sie dürfen gespannt sein 

Ihre Cornelia Topf

Das ist ein Kerl!

Sonntag, 07. März 2010 20:25

„Sei doch nicht immer so …!“ Was auch immer: mürrisch, penibel, perfektionistisch, schnell eingeschnappt, hektisch, übereifrig, emotional, distanziert … Was hören Sie immer mal wieder? Normalerweise ignoriert frau solche Pauschalangriffe, ärgert sich drüber oder rechtfertigt sich. Verständlich, aber bringt meist nichts außer dem üblichen Gezänke. Richtig wäre, das Problem zu klären.

Dazu müssten Sie erst einmal wissen, was der andere unter … versteht. Bin ich zum Beispiel in seinen Augen erst dann perfektionistisch, wenn ich beim gemeinsamen Frühstück Krawattenzwang einführe? Oder bereits dann, wenn ich im Gegensatz zu ihm die Zahnpastatube von hinten ausdrücke? Das sollte ich vorab klären. Empfehlen zumindest die Familien- und Paartherapeuten und die Kommunikationstrainer. Also könnten Sie sagen: „Das tut mir leid, das möchte ich ändern. Deshalb möchte ich verstehen, was du meinst: Könntest du mir eine konkrete Situation aus der Vergangenheit nennen, in der du mich als … empfunden hast?“ Das ist die Lehrbuch-Lösung. Was nur wieder zeigt, wie sehr wir uns auf Lehrbücher verlassen können. Denn was berichten mir Seminarteilnehmerinnen und Coachees als häufigste Reaktion von Schatzi auf diese Lehrbuchlösung? Dies: „Stell dich doch nicht so an! Du weißt doch ganz genau, was ich meine!“ Da ist frau erst mal baff: Sie macht alles richtig und kriegt als Dank dafür eine vor den Latz geknallt. Wenn mir so etwas passiert, werde ich meist so wütend, dass ich Knall auf Fall die Situation verlasse und denke: „Du Idiot!“ Ich fühle mich nicht ernst genommen. Ich mache mir alle Mühe, komme dem anderen entgegen und der motzt bloß dumm rum! Wie ein Sechsjähriger. Ein Partnerwechsel ist in so einer Situation durchaus angesagt.

Klingt hart. Doch wer will schon mit einem Sechsjährigen in einer Paarbeziehung leben? Zur Beziehung gehört nun eben auch, dass man/frau miteinander reden kann. Und wer einen Gesprächsversuch derart unqualifiziert abblockt, der disqualifiziert sich für jede Beziehung mit einer Frau, die auch nur über ein Minimum an Selbstachtung verfügt. Viele Frauen versuchen es trotzdem. Machen Gesprächsversuch auf Gesprächsversuch und fragen mich dann: „Ich gebe mir doch solche Mühe mit ihm! Warum klappt das nicht?“ Weil Sie nicht der Therapeut Ihres Partners sind! Sie sind Beziehungspartnerin und nicht Coach oder Kommunikationstrainer. Rudimentäre Gesprächskompetenz muss ein Mann schon mitbringen in eine Beziehung – oder sie währenddessen erwerben wollen. Wenn Sie so einen Mann erwischen, dann sagt der etwa: „Mensch, du hast recht, darüber sollte ich mit dir reden können. Das probieren wir doch gleich mal!“ Das ist ein Kerl. Traut sich was. Der hat Potenzial. Den können Sie behalten.

Literaturempfehlung: Cornelia Topf: Emotionale Intelligenz, redline Verlag

Von Eichen und Schweinen

Montag, 01. März 2010 21:21

Regina war Zuhörerin bei einem meiner Vorträge. Als ich sie zufällig wieder traf erzählte sie:  „Besonders hat mich ein Spruch in Ihrem Vortrag beeindruckt: ‚Was schert es eine Eiche, wenn ein Schwein sich an ihr kratzt?’“ Sie erzählte: „Ich bin Lehrerin und habe eine Kratzbürste als Rektorin. Das sagen alle im Kollegium. Zwei Tage nach dem Vortrag schrie sie mich an. Das macht sie mit allen relativ häufig.“ Normalerweise bringt Regina das auf die Palme, sie keift zurück – und hinterher fühlen sich alle Beteiligten schlechter als zuvor. Dieses Mal nicht: „Ich sagte nichts, blieb ganz ruhig und dachte innerlich immer wieder: ‚Was schert es eine Eiche …?’ Plötzlich merkte ich, wie auch die Rektorin ruhiger wurde, wie ihr der Dampf ausging. Eine Viertelstunde später kommt sie zurück und entschuldigt sich – was sie in 15 Jahren noch nie gemacht hat.“ Die Rektorin sagte: „Das ging nicht gegen Sie. Ich musste einfach nur Dampf ablassen.“

Wir wissen doch alle, dass es Cholerikern am schnellsten den Wind aus den Segeln nimmt, wenn man auf ihre Einladung zur Verbalorgie nicht eingeht und Ruhe bewahrt. Wenn wir das so gut wissen, warum machen wir das dann nicht (öfter)? Weil wir nicht dran denken. Der Kniesehnenreflex der Kommunikation ist schneller: Angriff? Gegenangriff! Warum klappte es bei Vera? Weil der Vortrag noch frisch in ihrem Gedächtnis war. Persönliche Veränderung braucht diese gedankliche Auffrischung. Unsere Reflexe werden uns immer beherrschen – es sei denn, wir denken vorher dran. Vor der Situation. Am besten mit einem tollen Merkspruch, den wir spontan abrufen und an dem wir uns festhalten können. Erfolg braucht Merksprüche. Es gibt so einen Merkspruch für jede heikle Situation. Was sind Ihre? Vor und in allen heiklen Situationen gilt: Nie ohne meinen Zauberspruch!

Wie man sich mit seiner Sprache selbst verrät…

Mittwoch, 24. Februar 2010 19:27

.. reimt sich nicht nur wunderbar auf: “Wer anderen eine Grube gräbt….”,

und ist nicht nur ein Fall für den Staatsanwalt sondern auch einfach lustig.

Finanzkrise, Bankenkrise, Wirtschaftskrise, Sprachkrise?

BayernLB, Hypo Alpe Adria, mittendrin im schönsten Schlamassel sagt einer der Beteiligten:

“Wir bedauern diesen Vorfall zutiefst und werden mit allen MItteln zu verhindern wissen, dass er nie wieder vorkommt”

Man braucht nicht immer andere, die einem ein Bein stellen, man kann das wunderbar auch ganz alleine tun.

Hol Dir, was Du brauchst!

Donnerstag, 18. Februar 2010 22:25

Eben hatte ich eine Coachee, Mutter, Wiedereinsteigerin, die eigentlich ganz zufrieden mit ihrem Job ist: gutes Gehalt, gute Perspektive, Arbeitsplatzsicherheit. Sie wollte ihr Verhandlungsgeschick etwas aufpolieren, wir investierten eine Stunde und kurz vor dem Rausgehen sagte sie noch: „Ja, der Job ist ganz gut. Aber ich bin schon ein wenig enttäuscht, wie wenig Anerkennung ich bekomme.“ Ich meinte darauf: „Ja, Anerkennung ist selten im Job. Dabei machen Sie auf mich einen sehr kompetenten Eindruck. Und verhandeln können Sie auch ziemlich gut.“ – „Ach“, meinte sie. „So toll ist das nicht. Sonst wäre ich ja nicht ins Coaching gekommen.“
Da wusste ich, warum sie so „wenig Anerkennung“ bekommt: Sie nimmt sie nicht wahr. Zumindest meine nicht. Schlimmer: Sie lehnt sie ab. Das wird sie bei der Karriere ziemlich behindern. Wenn ich den Abteilungs- und Bereichsleiterinnen, die ich kenne, dasselbe Kompliment gemacht hätte, hätten die gesagt: „Danke, ja, auf mein Verhandlungsgeschick bin ich schon stolz.“ Das klingt selbstbewusst? Ist es auch. Diese Frauen sind nicht deshalb so selbstbewusst, weil sie Abteilungsleiterinnen sind. Die sind Abteilungsleiterinnen, weil sie so selbstbewusst sind. Selbstbewusste Frauen machen sich nicht klein. Sie lehnen kein Kompliment ab und sei es noch so klein oder selten. Besser noch: Sie fordern Anerkennung ein! Wenn der Chef nicht sagt, wie zufrieden er ist, fragen sie selber nach. Warum machen die das? Weil sie zu ihren Bedürfnissen stehen. Sie verdrängen ihren Wunsch nach Anerkennung nicht. Sie leben ihn aus. Und zwar so, dass er erfüllt wird. Ist das nicht schön? Wer sich um sich selbst kümmert, kriegt nicht nur, was sie will. Sie macht auch noch Karriere.

Verzögerte Intelligenz

Montag, 08. Februar 2010 19:39

Was tun, wenn die passende Antwort immer erst Stunden oder doch wenigstens Minuten später einfällt?

Einen schönen Abend reservieren, den Kamin anzünden, eine Flasche Rotwein und das Gehirn nehmen und Instantsätze  ausdenken - dann sind Sie für alle Fälle gerüstet.

Ich hole beim Restaurator meinen wunderbaren, hinreißenden Thonet Stuhl ab und nehme ihn zärtlich unter den Arm und - ganz umweltbewußt - trage ihn zur nächsten Bushaltestelle und nehme im Bus auf ihm Platz.

Die Blicke und Kommentare der Passanten reichen von mitleidig über fassungs- bis verständnislos

Was hätten Sie gesagt?

a) Was glotzen Sie so? Sie haben wohl keinen Stuhl?

b) Ich ziehe um. Das ist mein gesamter Hausrat.

c) Besser vier Beine als gar keinen Tisch.

d) Gott sei Dank, das ist das letzte Teil. Meinen Schrank und mein Sofa habe ich schon in die neue Wohnung getragen.