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Wenn ich ein Auto wär…

Donnerstag, 17. Mai 2012 17:24

Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, als welche Automarke Sie gerne auf die Welt gekommen wären, wenn Sie die Wahl gehabt hätten?

Mercedes E-Klasse, Fiat Panda, Mini, BMW Z3, Ente oder Porsche? Oder doch lieber als VW-Bus mit Hubdach?

Ich jedenfalls hatte über derlei Fragen bisher noch nicht nachgedacht, die Frage stellt sich ja auch nicht wirklich. Bis dann ein Coaching-Klient so ganz nebenbei bemerkte: „Na Frau Topf, Sie sind ja auch der Porsche unter den Coaches“.

Seitdem studiere ich den Börsenkurs von Porsche intensiver, analysiere das Kurs-Gewinn-Verhältnis, stelle Preis-Leistungs-Vergleiche an, denke darüber nach, wie schnell ein starker Antrieb ans Ziel bringen kann und wie schnell man zu hoch pokert und sich verkalkuliert.

Also doch lieber eine brave Familienkutsche, quadratisch, praktisch, nicht formschön aber bequem?

Wie gut, dass uns diese Entscheidung erspart bleibt.

Herz oder Hirn?

Mittwoch, 09. Mai 2012 20:44

Kopf oder Zahl? Gefühl oder Verstand?

Die meisten Menschen fragen sich das immer öfter – zum Beispiel, wenn sie vor dem Regal im Drogeriemarkt stehen und eigentlich nur ein Deo oder eine Haarfarbe kaufen wollen, aber von gefühlten 95 verschiedenen Alternativen verwirrt werden. Sprayen oder rollen? Zitrusduft, Blumenwiese oder doch lieber ganz ohne Parfüm? Bio oder konventionell? Klein oder groß? Deo oder Antitranspirant? EC-Karte oder bar? Punkte sammeln ja oder nein? – Consumer confusion  nennt die Wissenschaft das. Nicht wenige denken dann: behaltet euer Zeug doch selbst, ich bin dann mal weg – und bestelle im Internet oder verzichte gleich ganz.

(Wahl-) Freiheit ist oft anstrengend. “Die Müdigkeit der Entscheider” nennen das Ellen Daniel und ihre Co-Autoren im „Focus“.

Entspannen Sie sich: Bei vielen Alltagsentscheidungen verführt uns unsere Intuition sowieso dazu, so zu entscheiden, wie wir es immer tun. Und das ist auch gut so, weil es oft um nicht wirklich viel geht. „Die Folgen der meisten Ereignisse sind kurzlebiger und weniger intensiv, als die meisten Leute meinen“ bestätigt der Psychologe Daniel Gilbert von der Harvard-Universität.

Auch wenn unser Kopf glaubt, er könnte den  Bauch  überhören oder austricksen: sachliche Argumente dienen oft nur dazu, eine bereits intuitiv gefällte Entscheidung zu rechtfertigen.

Und außerdem, wie sagen die Rheinländer? „Et hätt noch immer jotjegange“ – werfen Sie also ruhig mal eine Münze und arbeiten Sie daran, positiv zu denken – langfristig pendelt sich sowohl bei Lottogewinnen als auch bei schweren Krankheiten oftmals das subjektive Glücksgefühl wieder auf dem ursprünglichen Pegel ein - egal wie Sie entscheiden.

Sparringspartner, Problemfälle und Übungsobjekte

Sonntag, 29. April 2012 22:29

Gelegentlich  kommen Menschen ins Coaching, die sich beklagen. Vorzugsweise über Chefs und Chefinnen oder Kollegen, die Ungerechtigkeit der Welt und die Dummheit der Anderen. Und sie sind unglaublich erfinderisch in ihren Klagen.

“Eigentlich müsste mein Chef hier sein, der Fisch stinkt ja bekanntlich am Kopf zuerst.”

„In unserem Laden könne Frauen einfach nichts werden.“

„Ich bin mal gespannt, was Sie mir Neues zu bieten haben, ich habe nämlich bei diesem Thema schon alles an Weiterbildung gemacht - geholfen hat es nichts.”

„Ich hab dem das schon hundertmal gesagt, das nützt einfach nichts“

“Sie sollten mal sehen, wie oft bei uns umstrukturiert wird. Da kann ja kein Mensch hinterher kommen“

„Ich hätte schon gern eine Führungsposition gehabt, aber man hat mir ja nie eine angeboten.“

„Bei uns ist man von lauter Idioten umgeben“

Schon Steve de Shazer (1989) unterscheidet drei Arten von Klienten:
1. den Besucher
2. den Kläger
3. den echten Kunden.

Der Kläger kommt  im Gegensatz zum Besucher, den oft der Chef schickt („Gehen Sie mal da hin, das nützt Ihnen bestimmt“) freiwillig und mit klaren Lernzielen, übernimmt aber keine Verantwortung für sich und seine Veränderung.

Und folgerichtig erreicht er auch keine Veränderungsziele. Die Energie folgt bekanntlich der Aufmerksamkeit. Wenn ich die auf´s Anklagen richte, fehlt sie mir für den eigenen Prozess.

Ganz anders ein Klient vom Typ “echter Kunde”, der mir schreibt:

„Ich möchte auch über die ursprünglich vereinbarten Termine hinaus  das Coaching bei Ihnen fortsetzen, da ich durch Sie nun meine “Problemfälle” als “Übungsobjekte” sehe. Das Schöne daran ist, dass sich im Umgang mit den Sparringspartnern der Erfolg oder Misserfolg so schön unmittelbar zeigt. “

Menschen bevorzugen Chefs mit tiefer Stimme…

Sonntag, 18. März 2012 23:29

….egal, ob diese Chefs männlich oder weiblich sind, lese ich in der SZ vom 14.03.2012.

Tiefe Frequenzen verbinden wir mit Stärke und Dominanz, Kompetenz, Glaubwürdigkeit und Selbstbewusstsein,  hohe wirken schnell hysterisch und piepsig.  „Zu uns kommen regelmäßig Frauen in Führungspositionen,“  sagt Antoinette am Zehnhoff-Dinnesen, Direktorin der Klinik für Phoniatrie der Uni Münster,“ die bewusst versucht haben, ihre Stimme stark abzusenken, um männlicher zu klingen.”  Kehlkopf und Stimmbänder leiden offenbar unter einer solchen unnatürlichen Belastung und machen gar einen Klinikbesuch notwendig.

Mein Tipp: Versuchen Sie es mal mit Training des Zwerchfells,  das geht recht schnell, schont den Stimmapparat und hat einen wunderbaren Effekt auf die Stimme.

Gute Noten, Intelligenz und Kompetenz sind zwar Voraussetzung, aber ganz offensichtlich nicht ausschlaggebend für berufliche und gesellschaftliche Anerkennung und Vorwärtskommen. Um es ganz direkt zu formulieren: Leistung wird nicht automatisch belohnt. Nicht unbedingt die Besten kommen weiter. Karriere hängt vielmehr von vielen anderen, nur scheinbar unwichtigen Faktoren ab, die wir hören( Stimme) und sehen (Körpersprache) können.

Während sich Männer eher breit machen, stehen und sitzen Frauen eher schmal - und senden damit oft unbewusst Signale der Unterwerfung, denn wer über Raum und Zeit bestimmt, ist immer der Mächtigere.

Wie aber sich Raum nehmen, ohne wie ein Schrank zu wirken oder anderen zu dicht auf die Pelle zu rücken?

Macht es Sinn, im Meeting Notebook, Smartphone und Schlüssselbund auf dem Tisch zu drapieren, um seine Claims abzustecken? Und wie sitze ich “raumgreifend”, wenn ich einen Rock anhabe? Diese und viele andere Fragen bekomme ich immer wieder gestellt. Ich beantworte sie in meinem Buch „Körpersprache für Frauen“,  das jetzt in der 4.Auflage erschienen ist.  http://web137.ma10084.plusserver.de/kommunikation-training/start/path@page,overview.php/page@c16a53s31/openm@128-109-93

Körpersprachliche Signale lassen sich nämlich entschlüsseln und verändern – ohne dass man anschließend in der Klinik landet.

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Flintenweiber, frigide Fregatten oder einfach nur “freche Frauen”?

Dienstag, 13. März 2012 20:21

Ja, da ist er nun wieder vorbei, der internationale Tag des Kompliments. Gehen Männer anders mit Komplimenten um als Frauen und wenn ja, wie? Das war eine der Fragen, die mir Susanne Roher auf Bayern 3  gestellt hat. Bleibt die Frage, wer denn diesen Tag überhaupt braucht.

Kurz danach der internationale Frauentag. Dazu kann man die gleiche Frage stellen.

Und dann der DJV-Journalistinnenkongress in Köln, wo nicht nur EU-Kommissarin Viviane Reding vehement die Quote forderte.  ”Die Hälfte des Himmels, die Hälfte der Erde, die Hälfte der Macht - das alles reicht für eine Quote.”

Für mich als Kommunikationsexpertin ist  der Ton, in dem die Debatte geführt wird, beinahe noch interessanter als ihr Inhalt.  ”Flintenweiber” und  ”frigide Fregatten” - der Vergleich mit Rotarmistinnen und Kriegsschiffen zeigt einerseits, wie heftig Pfründe verteidigt werden und wie oft sachliche Argumente zu fehlen scheinen.  Und andererseits zeigen Gespräche mit Frauen, dass sich zwar immer noch viele  davor fürchten, “Emanze” oder “Zicke” genannt zu werden, aber die Zahl derer wächst, die fröhlich sagen: “Der oberste Ansprechpartner für meine eigene Wertschätzung bin ich selbst.”

Gespräche planen – geht das überhaupt?

Donnerstag, 26. Januar 2012 20:16

“Wenn ich nicht so reden kann, wie mir der Schnabel gewachsen ist, dann bin ich doch nicht authentisch – und schauspielern kann ich nicht.“  Oft  höre ich das oder ähnliches in Seminaren und Coachings.  „Und außerdem verträgt sich Planung nicht mit Spontaneität und Schlagfertigkeit.“

Gewiss, Gesprächsleitfäden sind ein Relikt aus den achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts.

Kein ernstzunehmender Gesprächspartner wird sich heute noch an mehr oder weniger auswendig Gelerntem orientieren. Das wirkt steif, lächerlich und unflexibel.

Auf der anderen Seite ist es erstaunlich, wie viele Menschen ein Gespräch, bei dem sie etwas erreichen wollen -  sei es mehr Gehalt, einen attraktiveren Job, eine tragfähige Vereinbarung mit dem Partner,  eine Zielvereinbarung mit Mitarbeitern oder ein committment mit den eigenen Kindern – mit einer Reise ins Blaue verwechseln.

„Man muss das Ziel kennen, bevor man das Verkehrsmittel wählt“, sagt der Volksmund.

Ein klares Gesprächsziel (Was will ich erreichen?) ist Voraussetzung, um die zielführenden Verkehrsmittel - in diesem Fall die kommunikativen Werkzeuge – zu wählen.

Mauern, blocken, tarnen und täuschen, irritierende Bemerkungen, Du-Botschaften – oder doch lieber fragen, Gemeinsamkeiten betonen, Zwischenergebnisse zusammenfassen, nächste Schritte ankündigen, Ich-Botschaften? Die Auswahl an strategischen und taktischen Werkzeugen ist groß.

„Wer nur den Hammer kennt, für den sieht jedes Problem wie ein Nagel aus“ – diese Volksweisheit weist den Weg in die richtige Richtung:

Viele kommunikative Werkzeuge haben und möglichst zum zielführenden greifen.

Immer wieder trainieren. Auch einen Marathon läuft man ja schließlich nicht aus dem Stand.

Empathie in der Führung

Sonntag, 06. November 2011 23:37

Heute telefonierte ich mit einer guten Freundin, Feinwerktechnikerin.

Sie führt 70 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen. Sie hat eine geniale Mischung aus Direktheit und dem, was sie „mütterlichen“ Führungsstil nennt. Sie ist kompetent und beliebt bei ihren Mitarbeitern.

Wie jede gute Führungskraft macht sie sich Gedanken über ihre Stärken und Schwächen. Und manches Mal, so meint sie, müsse sie in Zukunft  weniger Rücksicht auf die persönlichen Belange ihrer Mitarbeiter nehmen. Es sei  schon vorgekommen, dass Mitarbeiter mit Hinweis auf ihre persönliche familiäre oder psychische Situation über lange Zeiträume nur sehr eingeschränkte Leistung erbracht hätten, ohne dass im Mindesten die Bereitschaft erkennbar gewesen sei, etwas daran zu verbessern.

Zuviel weibliche Empathie? Zu große Betroffenheit durch Mitarbeiterbelange bei manchen Frauen, zu wenig bei einigen  Männern, frei nach dem Motto: „Die Leute sollen ihre privaten Probleme auf dem Parkplatz abgeben?

Wünschen auch Sie sich taffere Chefinnen und  empathischere Chefs?

Oder geht die Entwicklung sowieso schon dahin und ist das gut so?


Das passiert mir bestimmt wieder…

Sonntag, 30. Oktober 2011 20:36

Kürzlich bei einem meiner Vorträge. Herbst. Es wird früh dunkel.

Der Vortrag gut besucht, die Parkplätze knapp. Vor Beginn kommt ein Teilnehmer, stolz wie Lumpi, noch einen Platz für seinen Wagen erwischt zu haben und berichtet, er habe sich vorsorglich mal die Kennzeichen der Nachbarfahrzeuge notiert. Vorsorglich wofür? Welche Hoffnungen oder Befürchtungen treiben diesen Menschen um? Hofft er, dass die Besitzer weiblich sind und will sie kennen lernen?  Wofür wird er diese Nummern noch nutzen? Wie viele davon hat er schon zu Hause und in welcher Form sammelt er sie? Traumatische Kindheit gehabt? Verkappter Kriminalist? Ist ihm übel mitgespielt worden?

Angenommen, einmal ist auf einem Parkplatz sein Fahrzeug beschädigt worden und der Verursacher ist geflohen. Blöde Situation, niemand will sie noch einmal erleben. Vorsorge treffen, damit man das nächste Mal gewappnet ist. Verständlich. Nur: Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass genau ihm genau das noch einmal passiert? Ja, ich weiß, wer einmal Opfer einer kriminellen Handlung geworden ist hat eine ungleich höheres Risiko, dass es ihn auch ein weiteres Mal ereilt. Trifft das wirklich auch für Fahrerflucht zu? Ist es nicht vielmehr so, dass wir vorschnell generalisieren: „Immer nachts auf Parkplätzen….“

Und damit Zustände festschreiben und chronifizieren. Anstatt zu denken: “Das passiert mir bestimmt nie wieder.“ Und damit Weichen für Veränderung stellen.

Unangenehme Nachrichten mutig ansprechen

Donnerstag, 20. Oktober 2011 20:20

Eine gute Bekannte fragt an, ob sie sich eine Woche bei mir einquartieren dürfe. Regelmäßige Artztbesuche in München seien notwendig - sie wohnt am anderen Ende der Republik. Ich mag sie, wir führen gute Gespräche, sie ist sehr großzügig, ich kann immer bei ihr wohnen, wenn ich ich in ihrer Nähe bin. Wo also ist das Problem?

Sie ist Kleptomanin. Lange habe ich es nicht gemerkt, dann haben mich andere Freunde und Bekannte darauf aufmerksam gemacht. Ich hab´s wieder vergessen. Dann fehlten Geschenke vom Geburtstagstisch. Und plötzlich war es da, das Getuschel hinter vorgehaltener Hand. Ihre eigene Schwester lasse sie vorsichtshalber nicht mehr in die Wohnung, man könne nicht mit ihr shoppen gehen, weil man dann gemeinsam mit ihr verdächtig werde, “sowas” sei doch therapierbar, wieso sie keine Therapie mache und wieso ihr Ehemann das decke.

Heute habe ich es angesprochen, vorsichtig, erst etwas rumeiernd, dann ganz offen, immer bemüht, sie nicht zu verletzen. “Ich mag dich sehr, aber ich habe den Eindruck, du kannst manchmal nicht richtig zwischen mein und dein unterscheiden…” “Ja”, sagte sie da zu meiner Überraschung, “ich bin Kleptomanin. Und ich bin in Therapie”. “Ich hoffe, dass Du mich nicht verstößt”, sagte sie dann später noch.  Ich denke, ich konnte ihr diese Ängste nehmen und mit ihr gemeinsam über diese Krankheit trauern und ihr Mut machen, sie zu bekämpfen.

Am Ende waren wir  beide froh, es angesprochen zuhaben und in Zukunft offen damit umgehen zu können. Sie wird mich nicht besuchen.

Gewinnen oder Verlieren: Immer mit dem ganzen Hirn

Sonntag, 16. Oktober 2011 21:01

Wussten wir es doch schon lange: der Mensch schwingt sich entwicklungsgeschichtlich quasi fast immer noch behaart von Baum zu Baum. All diese Stoffe im Hirn, die uns quasi fernsteuern und den freien Willen zweifelhaft erscheinen lassen. Neueste Forschungen zeigen, dass bei Sieg oder Niederlage unsere Basalganglien - ich wusste bisher nicht einmal, dass ich so etwas besitze - als Zentrum fungieren, von dem aus das Glückshormon Dopamin seine Runde durchs ganze Gehirn macht. Sozusagen ein Tsunami aus dem hirnlichen Belohnungszentrum. Bei einer Niederlage das gleiche in grün oder besser in schwarz: Überschwemmung mit Negativ-Signalen flächendeckend.

Wovon mag dann abhängen, wie hartnäckig jemand um den Sieg kämpft oder wie verbissen er oder sie die Niederlage zu vermeiden sucht? Möglicherweise von der unterschiedlichen Ausbreitungsgeschwindigkeit der Signale, der Schmerzempfindlichkeit des Hirns oder gar seiner Größe?  Wenn Sie gute Ideen haben, schicken Sie sie mir. Ich bin gespannt.